25 Jahre Hilfe für Albanien aus Wismar

Datum:  |  Autor: CHW

Ende Februar vor 25 Jahren trafen das erste Mal Helfer aus Wismar in der albanischen Stadt Pogradec ein. Aus diesem Anlass organisierte der Christliche Hilfsverein Wismar e.V. (CHW) gemeinsam mit der Stiftung Diakonia Albania (DA) eine Festveranstaltung in Pogradec.

Doppeltes Jubiläum

Fast 250 Gäste waren nach Pogradec ins Hotel Enkelana gekommenDie Anregung dazu gab die Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland: Sie fand die langjährige Hilfe des CHW in dem Balkanland bemerkenswert und versprach ihr Kommen zu einer unserer Veranstaltungen. Für Frieder Weinhold, den Gründer des CHW, war dies ein guter Anlass, auf die Anfänge zurückzuschauen, als in Pogradec Menschen hungerten. Die Schaufenster waren total leer, Kinder liefen barfuß im Schnee, Tankstellen waren vergittert, alle Straßenbäume zur Brennholzgewinnung abgesägt. Die Helfer aus Wismar landeten mitten in einem Aufstand mit einer Plünderungswellen; doch die Armut der Menschen bewegte die Wismarer so sehr, dass sie weitere Hilfe für die Region initiierten.

Am 28. Februar feierten wir nun in Pogradec doppeltes Jubiläum: 25 Jahre CHW, 5 Jahre Diakonia Albania. Die Konrad Adenauer Stiftung (KAS) hatte gemeinsam mit uns dazu eingeladen, und so wurde es nicht nur eine Festveranstaltung, sondern ging auch – typisch für den CHW – um ganz praktische Fragen kommunaler Selbstverwaltung.

Rückblick auf unsere Hilfsprojekte

Frieder Weinhold, Gründer und Vorsitzender des CHW sowie Aufsichtsratsvorsitzender der DA, gab in seiner Rede einen Überblick über die konkreten Hilfen, die der CHW in diesen 25 Jahren in Zusammenarbeit mit den kommunalen Strukturen vor Ort und weiteren Partnern gegeben hat. Zu diesen Partnern gehören u.a. die Deutsche Botschaft, die KAS, die Fondacioni Nehemia sowie die VUSH (evangelische Allianz in Albanien). Die Liste der Aktivitäten ist umfangreich und umfasst u.a.:

  • Material für Büros der Kommunen und anderer öffentlicher Einrichtungen
  • Fahrzeuge für Stadt- und Schulverwaltung, Polizei, Feuerwehr, Müllentsorgung u.a.
  • Ausrüstungsgegenstände für Schulen: Schulmöbel, Tafeln, Lehrmittel, Computer …
  • mehrere Schulsanierungs-Projekte
  • Medizinische Hilfe und Ausrüstung von Krankenhäusern
  • Pflegehelferausbildung, Pflegedienst und Behindertenbetreuung, Notfallfahrdienst
  • Geschenke für die Kinder mit umfangreichen Schulmaterialen
  • Verschiedene technische Hilfen
  • Soziale Unterstützung der Einwohner, Unterstützung bei der Betreuung Obdachloser
  • Durch das Internat in Bishnica ermöglichen wir den Schulbesuch für Kinder, die in der Verwaltungseinheit Velçan in ihrem Dorf keine Schule haben
  • Umweltschutzmaßnahmen / Baumpflanzaktionen
  • Kommunalpolitische Seminare
  • Förderung der Zusammenarbeit von Kommunen, u.a. mit Wismar (D), Krempe (D), Pogradec (AL), Struga (MK), Ohrid (MK): z.B. Praktikum eines Mitarbeiters der Pogradecer Stadtverwaltung in der Verwaltung der Hansestadt Wismar, Besuche von Kommunalpolitikern aus Wismar in Pogradec mit Unterstützung des CHW

Große Anerkennung

Susanne Schütz, Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in AlbanienSusanne Schütz, die Deutsche Botschafterin in Albanien, unterstrich die Bedeutung der Aktivitäten von CHW und DA. In ihrer Rede stellte sie einen größeren Zusammenhang her, als die Mitarbeiter es oft selbst gesehen hatten: „Der Christliche Hilfsverein Wismar hat […] Beachtliches für die deutsch-albanische Freundschaft geleistet: Sehr erfolgreich und mit großem persönlichen Engagement haben Sie in nunmehr zweieinhalb Jahrzehnten regelmäßig Hilfsgütertransporte aus Deutschland organisiert, um den Menschen dringend benötigte Hilfe zum Leben und Überleben zu bringen.“

Pastor Akil Pano sprach über aktuelle Probleme Albaniens ...Pastor Akil Pano aus Tirana, Mitglied des Aufsichtsrates der DA, überbrachte die Grüße der VUSH und sprach den Zuhörern aus dem Herzen, als er deutlich die allgegenwärtigen Probleme der Korruption und der Hoffnungslosigkeit ansprach. Dabei forderte er die die Menschen auf, zuerst bei sich selbst anzufangen. Anschließend würdigte er die Arbeit des CHW: „Herzlichen Dank für die großartige Arbeit und eine erstaunliche Entschlossenheit zur Verbesserung des Lebens in Albanien. Die Jahre vergehen schnell, aber euer Lebenseinsatz bleibt. Er hat das Leben vieler Menschen hier verändert.“ Besonders unterstrich er, dass zu der Veranstaltung Menschen unterschiedlicher Herkunft, also aus dem ganzen Querschnitt der Bevölkerung, gekommen waren. Das sei eine hohe Anerkennung für den Dienst des CHW und der DA.

 

Fotos: Matthias Pommranz, Nehemia Pogradec

 

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Comments
  1. PFISTNER, JUTTA

     |  Antworten

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ich habe Kontakt zu einem albanischen Jungen, der behindert ist (70%), Epilepsie und geistige Behinderung.
    Er soll mit seiner Mutter nach Albanien zurück.
    Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich über die Situation Behinderter in Albanien informieren könnten. Wir machen eine Petition und da wäre es sehr gut, Aussagen zur Situation Behinderter machen zu können.
    Liebe Grüße Jutta Pfistner 03 0 652 07 83 oder 017640562138

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