Finanzbericht 2016

Datum:  |  Autor: Dietmar Schöer

Anfang 2016 haben wir uns gefragt, welche Auswirkungen die Flüchtlingswelle wohl auf die Spendenbereitschaft für unsere ­Albanienhilfe haben wird. Würde sie angesichts der Nöte hierzulande – und auch manch negativer Nachrichten über „die Balkanländer“ – zurückgehen? Die gute Nachricht ist: Das Gegenteil ist der Fall!

Die Entwicklung der beiden letzten Jahre hat deutlich gezeigt, wie wichtig konkrete Hilfe für die Menschen in den armen Ländern ist, und das hat neue Spender motiviert. So hat die kleine Stadt Krempe, Schleswig-Holstein unter dem Motto „Fluchtursachen bekämpfen“ eine Initiative gestartet, um der Kommune Velçan in der Mokra-Region im Rahmen kommunaler Zusammenarbeit unter die Arme zu greifen. Das soll vor allem durch gegenseitigen Austausch und Besuche mit „Schulungscharakter“ erfolgen, aber auch durch praktische Hilfe für die Schulen. Im Oktober 2016 durfte ich Bürgermeister Volker Haack auf einer Rundreise durch die Region begleiten, bei der wertvolle Kontakte entstanden sind.

Herzlichen Dank an die kleinen und großen Spender

Unser größtes Projekt ist weiterhin das Internat in Bishnica, das komplett über Spenden getragen wird – Finanzmittel vom albanischen Staat gibt es nicht. Daher geht an dieser Stelle ein großer Dank an die Firma Novasol für ihre engagierte Unterstützung. Diese Hilfe ist auch weiterhin dringend nötig, denn der Bau eines neuen Internatsgebäudes wird immer dringlicher. Der Baubeginn wird sich, bedingt durch rechtliche Fragen in Albanien, etwas verzögern; wir bleiben aber dran. Daher sind auch in diesem Jahr Spenden für den Internatsneubau ein wichtiges Thema für uns.

Bis dahin läuft das Internat wie bisher weiter, ebenso der Pflegedienst und die anderen laufenden Projekte. Der überwiegende Teil der Spendeneingänge dafür liegt zwischen 5 und 50 €. Diese kleinen, regelmäßigen Spenden sind sehr wichtig, und so gilt unser Dank ALLEN Spendern. Dank Ihrer Hilfe konnten wir im Jahr 2016 79.000,– € direkt an die Diakonia Albania (DA) überweisen, mit denen vor Ort die Projektkosten finanziert wurden, also Mitarbeitergehälter, Mieten, Lebensmittel, Transportkosten u.v.m. Herz­lichen Dank für Ihre Beteiligung durch Geld- und Sachspenden ebenso wie durch Ihr großes Interesse!

Übrigens: Von diesen 79.000 € für die Arbeit in Albanien kommen ca. 50.000 € aus zweckgebundenen Projektspenden, der Rest aus dem allgemeinen Spendentopf. Uns ist wichtig, den Anteil der projektbezogenen Spenden weiter zu steigern: Dadurch können wir die allgemeinen Spenden für andere, oft unvorhergesehene Bedarfe einsetzen, z. B. für aktuelle Nothilfe-Projekte. Anfang des Jahres haben wir deshalb unsere Flyer „Sozialprojekte“ und „Gemeindearbeit“ neu aufgelegt. Vielleicht gibt es ja ein Projekt, das Sie besonders auf dem Herzen haben und gezielt unterstützen möchten? Ein Beispiel: Für die Kinder im Internat laufen derzeit 62 Patenschaften, im Durchschnitt spendet jeder Pate etwa 26 € im Monat. Ein Internatsplatz für ein Kind kostet monatlich ca. 150 €. Da ist noch Platz für weitere Patenschaften!

Projekt Wasserleitung

Vor einigen Monaten hat der Bürgermeister der Stadt Pogradec angefragt, ob wir den Bau einer neuen Hauptwasserleitung für Bishnica und die Nachbardörfer finanziell unterstützen könnten. Dieses Projekt betrifft ganz direkt unser Internat. Und es ist dringend: Beim Gemeindeeinsatz im ­Februar waren wir mit einem 20-köpfigen Team aus Deutschland, Mazedonien sowie albanischen Mitarbeitern in Bishnica. Als ich morgens um 6 Uhr ins Bad wollte, musste ich feststellen, dass es kein Wasser gab! Zunächst haben wir aus dem nahe gelegenen Bach Wasser für die Toilettenspülung geholt; waschen bzw. duschen, auch der morgendliche Kaffee bzw. Tee, fielen erst einmal aus. Grund: Die eiserne Wasserleitung, über 50 Jahre alt aus kommunistischer Zeit, war wieder einmal gebrochen. Sie lässt sich inzwischen kaum noch reparieren.

Die Kommune plant die Verlegung neuer Kunststoffrohre und würde die Arbeiten auch selbst durchführen. Von den Kosten für das Baumaterial kann die Stadt aber nur einen Teil übernehmen, weitere 20.000 € werden benötigt. Bislang haben wir bereits 12.000 € Sonderspenden für die Wasserleitung erhalten (ein besonderer Dank gilt dem Vereinsmitglied Karl Ziegler, der sich sehr für dieses Projekt eingesetzt hat!). Wer hilft uns mit einer Spende, die restlichen 8.000 € zusammen zu bekommen?

Nach vorne geschaut

Dietmar Schöer und Saimir Rakipllari (links) in BuzaishteDieses Beispiel zeigt, wie wir bei unseren Projekten die Situation der Menschen im Blick haben. Wir helfen Familien und einzelnen Personen in konkreten Notsituationen, wollen aber auch Grundlagen legen, um die Lebensbedingungen für die gesamten Dörfer zu verbessern.

Zu dieser Strategie gehört der Aufbau unserer Stiftung Diakonia Albania (DA) als einheimischer Partner für unsere Projekte – und darüber hinaus. Unsere langfristige Perspektive ist, dass die DA auch finanziell unabhänger wird und eigenständiger um Geldgeber wirbt. Bereits jetzt sind wir sehr dankbar für die Unterstützung durch eine Reihe von Spendern und Organisationen aus den Niederlanden. Die Mitarbeiter der DA haben bereits weitere Ideen und Initiativen entwickelt, von denen sicherlich im nächsten Jahr berichtet werden kann.

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