Touristen entdecken Wanderrouten in Albanien

Datum:  |  Autor: CHW

Die Albanischen Alpen im Norden des Landes galten lange als vergessener Winkel. Doch inzwischen entdecken immer mehr Touristen die bildschönen Hochtäler um Shkodra.

Die positive Entwicklung begann 2005, als die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) einigen Bewohnern von Theth, einem Dorf in den „Verwunschenen Bergen“, Kredite gewährte. So konnten sie ihre Häuser renovieren und Fremdenzimmer einrichten.
Zugleich wurde ein grenzüberschreitender Fernwanderweg markiert. Der 192 Kilometer lange „Peaks of the Balkans“ führt durch Albanien, den Kosovo und Montenegro. Nun durchquert noch eine zweite Route die Albanischen Alpen: die Via Dinarica von Slowenien nach Mazedonien.

Den meisten Urlaubern sind diese Ochsentouren freilich zu extrem. Sie bevorzugen die kurze Rundtour, die meist in Shkodra, der 2400 Jahre alten Stadt am Skutarisee, beginnt. Von dort starten Touren per Minibus und Fähre über den Koman-Stausee ins Valbona-Tal, das aussieht wie die Alpen vor 200 Jahren: Heuballen auf den Weiden, Bergwald und dahinter die Felszacken der 2000er. Aber keine Skilifte, keine Bars oder Clubs, keine Kasinos oder Sportgeschäfte.

Radohima (links, 2570 m) im Naturpark Theth

Das Naturparadies verdankt seine Unberührtheit der kommunistischen Epoche, als hier nur hohe Parteifunktionäre in einem luxuriösen Resort Urlaub machen durften. Von dem Kaderhotel sind nur Ruinen geblieben. Neben dem Grand Hotel der neuen Zeit, einem fünfstöckigen Klotz aus Natursteinen, gibt es inzwischen eine gut entwickelte Infrastruktur aus Cafes, „Guesthouses“ oder einem „Tourist Info Center“.

Zählte das Dorf Theth 2006 ganze 600 Besucher, waren es 2015 bereits 16 000. Der wirtschaftliche Erfolg hat freilich auch seine Schattenseiten: Müll wird zum Problem und mancher Gast hat wenig Respekt vor den Traditionen. Sogar den Turm der Blutrache, in dem sich Flüchtige über Jahrhunderte vor den Konsequenzen des Kanuns verbergen konnten, wollten die Fremden kaufen.

Service: Am schnellsten ist die Anreise per Flugzeug nach Podgorica im Nachbarland Montenegro. Von dort geht es mit Bus oder Taxi nach Shkodra, wo mehrere Reisebüros Touren nach Valbona anbieten. Die beste Reisezeit ist Mai bis September. Im Juli und August ist es allerdings oft sehr heiß.

 

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