Ich schreibe Ihnen wieder einmal aus Albanien, dem kleinen Land an der Adria, in dem ich seit 1992 soziale und kirchliche Arbeit organisiere. Auch wenn ich fest in Wismar verwurzelt bin, fühle ich mich unter den Menschen hier sehr wohl. Darum bin ich dankbar, dass aus unserem Engagement die erste albanische-deutsche Städtepartnerschaft zwischen der Stadt Pogradec und der Hansestadt Wismar erwachsen ist. So gab es schon viele Begegnungen, von Menschen, die sonst nicht zusammengekommen wären. Auch zu dem heutigen Landeserntedankfest weilt wieder eine Delegation aus Pogradec in Wismar. Dort werden Sie auch an einem Stand albanischen Wein verkosten können.
Seit Jahren nehme ich zum Tag der Deutschen Einheit am Empfang der Deutschen Botschaft in Tirana teil. Es ist mir ein Bedürfnis, diesen Tag zu würdigen. Ich bin für die Vereinigung meines Heimatlandes sehr dankbar.
Vielleicht wenden Sie jetzt ein, das hat uns auch viele Probleme beschert. Ja, Probleme gab und gibt es und man sollte sie auch nicht verschweigen. Ich habe aber auch die Menschen in Albanien seit 1992 begleitet, die aus einer stalinistischen Diktatur kommen – ähnlich der in Nordkorea. Sie hatten es nach der politischen Wende sehr schwer, weil sie auf sich allein gestellt waren. Das führte noch in den neunziger Jahren zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen, neuen Zerstörungen und weiterer Verschärfung der Armut. Darum bin ich dankbar für die deutsche Einheit. Wir konnten, so schwer es im Einzelnen gefallen sein mag, einem Staatsgefüge beitreten und haben in vielen Punkten Rechtssicherheit und Wohlstand gewonnen.
Albanien hat sich weiterentwickelt. Aber viele Kinder in den Bergdörfern brauchen noch unsere Unterstützung. Lassen Sie sich versichern: Sie sind wirklich dankbar dafür. Wir unterstützen in unserem Kinderzentrum in Bishnica Kinder aus prekären sozialen Verhältnissen und haben schon vielen geholfen, auf eigenen Füßen durchs Leben zu gehen. Und dann gibt es noch unsere Weihnachtsaktion, wo wir an den Schulen Päckchen verteilen. Auf diese kleinen Geschenke warten die Kinder jedes Jahr und sie freuen sich sehr darüber. Übrigens macht es auch Spaß, hier in Deutschland ein Päckchen zu packen und sich dabei bewußt zu werden, wie dankbar wir doch für alles, was wir haben, sein können. (Infos dazu: www.chwev.de/weihnachten)
Wenn Sie Ihre Dankbarkeit zeigen wollen, können Sie auch spenden »Für die Kinder von Bishnica«. Konto des Christlichen Hilfsvereins Wismar e.V.: IBAN: DE51 1405 1000 1200 0141 00 / BIC: NOLA DE 21WIS
Foto: Valter S. Kryemadhi
