Albanienhilfe startet heute in Bergregion

Datum:  |  Autor: OSTSEE-ZEITUNG

Gestern wurde gepackt, heute früh um 4 Uhr sind drei Fahrzeuge in Richtung Albanien aufgebrochen. Mit dabei ist Siegrid Brey. Die frühere Chefin von Hörgeräte Brey in Wismar strotzt vor Tatendrang. „Ich will etwas Sinnvolles mit der Zeit anfangen, die ich jetzt habe. Ich könnte auch in der Ecke rumsitzen und mich selbst bedauern. Aber ich will da helfen, wo Hilfe nötig ist“, sagt die 62-Jährige.

Haben den Transport vorbereitet und beluden gestern bei Schneefall die Fahrzeuge (von links): Siegrid Brey, Silvia Godknecht, Lisa Hänsel, Heinz Godknecht, John Hasenclever, Rainer Bartsch, Rene Stumpf, Frieder Weinhold und Horst Heckhoff.

Haben den Transport vorbereitet und beluden gestern bei Schneefall die Fahrzeuge (von links): Siegrid Brey, Silvia Godknecht, Lisa Hänsel, Heinz Godknecht, John Hasenclever, Rainer Bartsch, Rene Stumpf, Frieder Weinhold und Horst Heckhoff.  (Foto: Heiko Hoffmann, OZ)

Auch Horst Heckhoff aus Wismar und Rene Stumpf aus Grevesmühlen sind das erste Mal bei einem Hilfstransport nach Albanien dabei. John Hasenclever aus Wismar kann auf einige Erfahrung zurückblicken, für Frieder Weinhold ist die Bergregion im Hinterland der herrlich gelegenen Stadt Pogradec am Ohridsee längst zur zweiten Heimat geworden. Das Team um den Begründer der Albanienhilfe sammelt unterwegs weitere Helfer auf.

Siegrid Brey ist seit einem Jahr aus dem Geschäft raus. „Ich bin Handwerkerin mit Leib und Seele. Frieder Weinhold kenne ich seit einigen Jahren. Ich habe ihn gefragt, ob ich helfen kann“, sagt die Diplomingenieurin. Maler-, Elektro-, Tischlerarbeiten – für die Frau aus Gagzow bei Wismar kein Problem. Sie freut sich, zusammen mit einer weiteren Frau ein Lesezimmer für Kinder im albanischen Bergdorf Bishnica herzurichten. Einen Eimer Farbe und ihren Profi-Painter sowie Akku-Schrauber hat sie im Gepäck verstaut. Siegrid Brey: „Ich freue mich wie ein Kind.“ Drei Tage muss sich die frühere Geschäftsfrau noch gedulden. Über Zagreb (Kroatien) und Podgorica (Montenegro) geht es nach Albanien.

„Wir haben diesmal besonders viel für Kinder mit. Unser Internat für Kinder, die sonst keine Schulbildung bekommen würden, platzt aus allen Nähten“, so Frieder Weinhold. Ein Haus wurde zusätzlich angemietet, die kleine Kirche wird ebenfalls von den Kindern in Beschlag genommen. 25 Mädchen und Jungen von der ersten bis zur neunten Klasse werden betreut, bei mehr Platz könnten weitere sieben Kinder aufgenommen werden. Die da sind, können sich freuen: Billard, Tischkicker, Keyboard und Regale für das Lesezimmer werden in wenigen Tagen ausgepackt. Dazu Schränke, Betten, eine Sitzecke und weitere Einrichtungsgegenstände. Alles muss aufgebaut werden, Reparaturarbeiten stehen an. Am16. Februar wird der Hilfstransport wieder in Wismar erwartet. Bis dahin gibt es viel zu tun.

Heiko Hoffmann, OSTSEE-ZEITUNG

 

Weitere Informationen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

.