Arnolds zwölfter Geburtstag

Datum:  |  Autor: CHW

Seit Oktober sind die vier Hoxha-Geschwister im Internat Bishnica untergebracht. Am 12. Januar wurde Arnold, der älteste, 12 Jahre alt. Aus diesem Anlass brachten unsere Mitarbeiter die vier Geschwister in ihr Heimatdorf, damit sie mit den Eltern feiern konnten.

Als wir beim Haus der Familie Hoxha in Rodokal ankamen (neben mir waren auch Mide Biba, Mariglen Balashi und Agron Elezi dabei), war ich sehr unsicher, was uns erwarten würde – obwohl es berufsbedingt nicht mein erster Besuch bei Familien mit sozialen Problemen war. Meine Gefühle waren vor allem durch den besonderen Tag ausgelöst, da Arnold, der älteste Sohn der Familie, heute seinen zwölften Geburtstag feierte. Am Hauseingang angekommen, wollte ich wie gewohnt anklopfen, aber es gab überhaupt keine Haustüre. Arnold rannte gleich voraus und wollte uns das Haus seiner Familie zeigen, sein Zuhause. Drinnen kamen wir zuerst in einen leeren Raum. Links war ein Zimmer, in dem wir alte, dreckige Kleider sahen, die den Kindern gehörten. Der Raum war gleichzeitig ihre Küche, das Schlafzimmer und das Kinderzimmer.

Als wir gebeten wurden, uns an den Tisch zu setzen, wählte ich den Platz den Kindern gegenüber, um sehen zu können, wie Arnold sich über seine Geburtstagsfeier zuhause freute. Ich glaube, seine Eltern erinnerten sich, wie sie vor 12 Jahren mit einem Sohn gesegnet wurden, später mit drei weiteren Kindern, und dass sie diese Kinder aufgrund ihrer Erkrankung während der letzten zwei Jahre kaum sehen konnten. Arnold, seine Brüder und die Schwester waren überglücklich, daheim zu sein und mit Vater und Mutter zusammen feiern zu können.

Die Mutter hatte beim Kochen Freudentränen in den Augen. Ihr Sohn wurde 12 und sie konnte mitansehen, wie alle vier wuchsen und gesünder wirkten, seit sie in unser Internat in Bishnica kamen. Die Kinder sehen jetzt viel fröhlicher aus als früher, sie haben vieles gelernt, sind ordentlich angezogen und sauber. Nach einer kleinen Pause forderte sie Arnold auf, vom Geburtstagskuchen zu essen, den sie gebacken hatte, und jedem am Tisch ein Stück zu geben – schließlich war das sein Tag.

Am Ende mussten wir nach Bishnica zurückfahren. Die Kinder ließen ihre Eltern zurück mit Tränen in den Augen, die sagten: Geh, mein Sohn, geht, meine Kinder, wir sind so froh für euch.

 

 

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