Begeisterung an der Kaikante

Datum:  |  Autor: OSTSEE-ZEITUNG

Kirchen aus der Stadt Wismar hatten nach drei Jahren Pause am Sonnabend wieder zum bei jungen Leuten beliebten „Rock am Hafen“ geladen

Wismar – Obwohl es ein verregneter Abend war, erfreute sich die nunmehr schon fünfte Veranstaltung dieser Art guten Zuspruchs, übrigens nicht nur bei jungen Leuten. Denn was unter der Moderation von Pastor Frieder Weinhold und Jugendpastor Markus Wiechert an diesem Abend bis gegen Mitternacht geboten wurde, war ein kultureller Leckerbissen und für viele ein Anlass, dem Nieselregen zu trotzen.

Den Auftakt machte das Lucky Bamboo Soundsystem aus Wismar, das mit jugendgemäßer Musik von Reggae über Rub-a-Dub bis hin zu Dancehall-Music aufwartete und Spaß an der Musik mit der Übermittlung positiver Energie verband. Mit John Carlson und Maria Sophie Hüpeden trafen ein in Wismar lebender amerikanischer Jazzmusiker und ein 19-jähriges Talent aus Schwerin mit klassischer Ausbildung (Preisträgerin von Jugend musiziert) aufeinander. Sie boten von Improvisation geprägte Musik.

Mit frechen und spritzigen Texten sowie ebensolcher Musik traf die Schülerband des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums mit dem eigenwilligen Namen „Once more hot shit“ den Nerv besonders junger Leute. Genau das Gegenteil bot das Programm des Gospel-Chores aus dem schleswig-holsteinischen Tostedt mit Gesang, wie er in Kirchen schwarzer Amerikaner als hohes Kulturgut mit inzwischen weltweiter Ausstrahlung gepflegt wird. Auch wenn der Leiter dieses Ensembles aus Afrika kommt und die Chormitglieder „Nordlichter“ sind, interpretierten sie diese sehr weltverbundenen Kirchengesänge mit hoher Authentizität, wie man sie in einer Kirche New Orleans sicherlich auch nicht viel anders zu hören bekommt.

Ein Glanzpunkt des Abends war ohne Zweifel die junge Sängerin Sarah Brendel aus Mainz mit ihrer Band, die Musik für junge Leute von heute auf erstaunlich hohem Niveau gepaart mit urwüchsiger Natürlichkeit macht.

Von der Begeisterung ließ sich auch Bürgerschaftspräsident Gerd Zielenkiewitz anstecken, der die jungen Leute ermunterte, ihren Weg zu eigener Kreativität weiterzugehen und auch andere damit zu beflügeln. „Um diesem Anliegen zu dienen, engagieren sich die Kirchen der Stadt dafür, dass diese Reihe am Leben erhalten werden kann. Wir würden uns freuen, wenn es dafür weiter Förderung von Land, Stadt, Sparkasse sowie auch Hilfe von Firmen aus der Stadt als Sponsoren gibt“, erklärte ein mit dem Abend zufriedener Frieder Weinhold.

Thomas Voigt
aus: OSTSEE-ZEITUNG, Montag, 28.08.2006

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