Berlin – eine ganz besondere Erfahrung

Datum:  |  Autor: CHW

Meine Kommilitonin Elona Vreto und ich studieren zurzeit Germanistik im fünften Semester an der Universität Tirana. Erst nach vielen Jahren hatten wir 2006 endlich die Gelegenheit, nach Deutschland zu fliegen. Der Aufenthalt in der deutschen Hauptstadt war dann wohl auch die Erfüllung eines Traums, den wir lange schon hatten.

Besonders überraschend war für uns der erste Kontakt zu Berlin, eine Großstadt, die mehr Einwohner zählt als mein Heimatland Albanien! Die vielen alten und schönen Kirchen, die breiten Straßen, die Spree, die die Stadt durchzieht, die vielen Denkmäler, die Wolkenkratzer am Potsdamer Platz und nicht zuletzt der riesige neue Hauptbahnhof – Multikulti in Berlin hat uns sehr beeindruckt – es war für uns wie ein schöner und positiver Kulturschock. Dank Frieder Weinhold wurden wir in einer evangelisch-methodistischen Kirche untergebracht. Drei nette Schwestern unterstützten uns in allen Lebenslagen.

„Glotzt nicht so romantisch – zum 50. Todestag von Bertolt Brecht“, so lautete der Titel des Internationalen Hochschulkurses für Germanistik, der in diesem Sommer an der Humboldt-Universität zu Berlin stattfand. Die Kursteilnehmer kamen aus 25 Ländern; aus Europa, Afrika, Amerika, Asien und Lateinamerika. In diesem Kurs bildeten Seminare zu Leben und Werk Brechts und die Rezeption seiner Werke den Mittelpunkt.

Auch die architektonischen Besonderheiten, die in Berlin zu finden sind, waren Gegenstand von Veranstaltungen und Stadtexkursionen. Außer dem Sprachintensivkurs am Vormittag wurde das Programm auch kulturell mit vielen Aktivitäten umrahmt, z. B. mit einem Besuch der „Dreigroschenoper“ im neuen Admiralspalast, mit einem Picknick im Tiergarten, mit einer Bootstour „Berlin by night“, mit einem Besuch im Reichstag und an der Berliner Mauer. Sowohl die Praxis als auch die Theorie waren sehr gut miteinander verbunden, sodass wir unsere Deutschkenntnisse nicht nur im sprachlichen, sondern auch im kulturellen Bereich verbessern konnten. Die ständigen E-Mails und Briefe zeigen, dass schon zwischen uns, den Studenten aus verschiedenen Ländern der Welt und der Lehrerin, eine enge Beziehung und Freundschaft begonnen hat.

Bei unserem Aufenthalt in Deutschland hatten wir die Chance, nicht nur Berlin als attraktive Metropole zu besuchen, sondern auch andere schöne Städte wie Leipzig, Bonn und Köln. Außerdem konnten wir zum ersten Mal erleben, wie eine deutsche Hochzeit gefeiert wird. Dank des Stipendiums des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), der großen Hilfe von Pastor Weinhold sowie von vielen Freunden aus Deutschland wurde unser Aufenthalt in Deutschland zu einer ganz besonderen Erfahrung. Wir haben davon viel profitiert. Es war echt ein schöner Sommer!

Aurela Kasmollari

 

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