Corona-Hilfsprojekt jetzt mit Unterstützung des UNDP

Datum:  |  Autor: Aurora Zeqo

Unter dem Dach der “Corona-Hilfe” unterstützen wir seit März arme Menschen mit Hilfspaketen, aber auch mit Unterstützung im medizinischen und sozialen Bereich. Dieser Aspekt kann nun durch eine Förderung des UNDP für die nächsten Monate ausgebaut werden.

Soziale Dienstleistungen in der Mokra-Region

“Providing social care services for Mokra area” heißt unser laufendes Projekt, mit dem die Diakonia Albania Gesundheitsfürsorge, Vorsorge, Physiotherapie sowie Sozialfürsorge für ältere und kranke Menschen in der Verwaltungseinheit Velçan anbietet. Im Juli bewarben wir uns damit auf eine offene Ausschreibung des UNDP (United Nations Development Programme) und erhielten die Gelegenheit, unser Projekt zu erweitern und zu stärken.

Das Team der DA bei der Einsatzplanung

Das UNDP-Programm fördert kommunale Dienstleistungen im Bereich des Sozialschutzes. Das ist in der ländlichen Mokra-Region im Osten Albaniens ohnehin dringend notwendig, wo es in einigen Dörfern kein medizinisches Angebot gibt; dazu kommen Probleme wie Armut, Arbeitslosigkeit oder Ungleichheit der Geschlechter. Unter den Bedingungen der Covid-19-Pandemie sind nun viele schwache Menschen zusätzlich gefährdet, z.B. durch den Wegfall von Jobs, soziale Ausgrenzung oder verstärkte häusliche Gewalt. Corona hat die Lebensbedingungen von Alten, Kranken und Behinderten, von gefährdeten Kindern und Frauen auf dem Land sowie von Roma und Migranten weiter erschwert.

Diesen Menschen zu helfen ist genau das, was wir schon lange in der Mokra-Region tun. Mit den zusätzlichen finanziellen Mitteln des UNDP-Programms können wir nun unsere Aktivitäten für einen Zeitraum von neun Monaten ausbauen. Dabei werden wir eng mit den Sozialämtern der Stadt Pogradec und der ländlichen Verwaltungseinheit Velçan zusammenarbeiten. Unser Team geht jede Woche in die Dörfer und gibt Informationen in Bezug auf Covid-19 und zur persönlichen Hygiene und Pflege weiter; es bietet kostenlose Dienstleistungen und Gesundheitsversorge für Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten, auch gezielt unter der Roma-Bevölkerung.

Ein konkretes Beispiel

Einer der Fälle, denen wir helfen können, ist Gani Sari. Er ist ein 52-jähriger Mann, der im Dorf Laktesh wohnt. Er, seine Frau und sein Sohn leben unter sehr schwierigen wirtschaftlichen und gesundheitlich schlechten Bedingungen. Ihr Haus ist sehr alt und marode und besitzt kein fließendes Wasser – sie müssen weit an das andere Ende des Dorfes gehen, um Wasser von einer anderen Familie zu holen. Gani leidet an Fettleibigkeit, Diabetes und Bluthochdruck. Das letzte Mal, als unser Krankenpfleger Bashkim seinen Blutdruck gemessen hat, konnte er kaum auf den Beinen stehen. Gani hat Schwierigkeiten beim Gehen; nach unserer Ernährungsberatung und einer geeignete Diabetes-Diät hat er jedoch begonnen, Gewicht zu verlieren und sich ein wenig zu bewegen.

Betreuung von Gani Sari

Bisher gab es keine medizinische Hilfe für Gani: Im Dorf Laktesh gibt es kein Gesundheitszentrum und die Familie ist extrem arm – sie lebt von 6000 Lek (ca. 50 Euro) Sozialhilfe im Monat. Durch die Erweiterung unseres Projekts können wir ihn nun regelmäßig besuchen. Er bekommt Blutdruckkontrolle, Diabetes-Medikamente sowie Beratung über Covid-19 und Nahrungsmittelernährung. Inzwischen hat sich sein Gesundheitszustand deutlich verbessert und er freut sich sehr über unsere Besuche und die Pflege.

Wir sind dankbar, dass wir Menschen in Not helfen und ihnen nahe sein können – gerade in diesen schwierigen Pandemiezeiten.

Bilder: Valbona Balla

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