Der Kindergarten „Hoffnung“ in Dushk (Albanien)

Datum:  |  Autor: Elke Kaci / CHW

Einen Kindergarten mit dem Namen „Hoffnung“ gibt es nicht so oft. Im Dorf Dushk nahe des albanischen Städtchens Lushnje gibt es das: Im ärmsten Land Europas, in einer Gegend mit hoher Arbeitslosigkeit ist er ein Ort der Hoffnung – nicht nur für die Kinder, sondern auch für ihre Eltern. Elke Kaci aus Heidenheim hat ihn 2002 gegründet und bis 2012 in Albanien geleitet.

Morgenkreis mit Kindern und Mitarbeiterinnen

Geschichte und Hintergründe

Elke Kaci (damals noch Benz) hatte im Asylbewerberheim in der Walther-Wolff-Straße in Heidenheim einen Kindergarten aufgebaut. Dort war sie mit Albanern in Kontakt gekommen, und da sie deren Kultur näher kennenlernen wollte, flog sie Ostern 1995 zum ersten Mal nach Lushnje in Albanien. Dort gefiel es so gut, dass sie den Kontakt auch nach ihrem Besuch weiterpflegte. Als im Dezember 1996 die Anfrage kam, ob sie für einen Kindergartenaufbau nach Lushnje kommen würde, sagte sie „Ja“, denn auch ihre Arbeit mit dem Kindergarten im Asylbewerberheim war am Auslaufen, da es dort weniger Familien und somit weniger Kinder gab.

Mit einem Spenderkreis, der sie und ihre Arbeit unterstützte, und mit dem Rückhalt der Friedenskirche Heidenheim sowie ihrer Familie ging Elke Benz im September 1997 nach Lushnje. Nach Sprachstudium, Kultur-Kennenlernen und Orientierungsphase begann sie mit dem Aufbau des Kindergartens „Arche“ in Lushnje, einem Projekt des deutschen Pfarrers Jürgen Sachs, der zu dieser Zeit mit seiner Familie für Operation Mobilisation in Albanien tätig war. Dieser Kindergarten startete im Frühling 1998.

Bei Spaziergängen finden sich noch Bunker aus der stalinistischen Zeit

Planschen im Hof des Kindergartens

Durch eine Gemeindearbeit in dem nahegelegenen Dorf Dushk i Madh stieß Elke Kaci dort auf die einbruchgefährdete Schule und den Kindergarten, der sich ebenfalls in einem katastrophalen Zustand befand. Der Besuch einer Delegation des Rotary-Clubs Heidenheim bestärkte sie, in Dushk einen neuen Kindergarten aufzubauen. Um dafür ein Gebäude zu erwerben, wurden Gelder gesammelt, vor allem im Kreis Heidenheim. Mit tatkräftiger Hilfe einiger Leute aus dem Kreis Heidenheim sowie der Familie von Elkes albanischem Ehemann wurde das Gebäude umgebaut und kindergartenfähig gemacht. Der Verein „Arche“ aus Lushnje übernahm die Leitung des Kindergartens.

Der Kindergarten

Am 16. Mai 2002 bekamen wir endlich die Betriebserlaubnis vom albanischen Bildungsministerium. Zu diesem Zeitpunkt waren schon zwei Helferinnen aus der örtlichen Gemeinde geschult und die Kinder angemeldet, die zum Kindergarten „Hoffnung“ kommen sollten.

Der Anfang war schwierig, weil wir Fröbels Motto „Lernen durch Spiel“ umsetzten. In Albanien sind Kindergärten oft eher eine „Kinderaufbewahrungsanstalt“; beim Lernen dagegen geht es sehr schulisch und mit Drill zu. Bei uns jedoch gab es schon immer genügend Zeit für freies Spielen, gemeinsames Lernen oder Basteln in kleinen Gruppen, dazu ein gemeinsames, von uns gekochtes Essen. Im Morgenkreis lernen die jüngeren und älteren Kinder Lieder, Verse, Spiele, Bilderbücher, Geschichten u.v.m. kennen. Danach gehen wir in den Garten, wo es Fahrzeuge und einen Sandkasten gibt, oder machen einen Spaziergang im Olivenhain oder durch den Ort.

Beim Malen sind die Kinder eifrig dabei

Die Mitarbeiterinnen: Lida, Keli und Elke Kaci (v.l.)

Zu Beginn besuchten 17 Kinder unseren Kindergarten, um die wir Mitarbeiterinnen (Enkelejda Dalipaj, Ermelinda Ushe und Elke Kaci) uns mit viel Liebe kümmerten. Die Kinder sollten gerne in den Kindergarten kommen, das Lernen sollte kindgemäß und spielerisch stattfinden. Dies gelang uns so gut, dass jedes Jahr mehr Kinder zu uns kamen; in einem Jahr waren es bis zu 43 Kinder, da wurde es ziemlich eng.

Der Kindergarten soll den Familien von Dushk helfen. Wir sind nicht nur für die Kinder da, sondern auch für die ganzen Familien, wenn sie uns um Hilfe bitten. Oft sind wir für die Mütter die einzige Möglichkeit, um mal von zuhause raus zu kommen. Sie kommen gerne und wollen dann auch mal einen Rat oder Zuspruch von uns; daher sind wir immer wieder Seelsorger, Ehe- und Erziehungsberater und Kinderarzt.

Der Christliche Hilfsverein Wismar hat die Arbeit in Dushk schon seit vielen Jahren begleitet. Bis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland war Elke Kaci über den CHW angestellt. Auch in Zukunft soll die Unterstützung durch Sachspenden, z.B. Weihnachtspäckchen, und Hilfe bei pädagogischen oder baulichen Problemen weitergeführt werden.

 

Weitere Informationen

Bilder: Leben im Kindergarten »Hoffnung«

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