Deutschunterricht, aber nicht nur

Datum:  |  Autor: CHW

In diesem Jahr war der Sommer für einige albanische Frauen besonders interessant. Die meisten von ihnen kommen aus den Bergdörfern der Mokraregion, wo sie sich sonst mit Stricken, Weben, Sticken und anderen Hausarbeiten beschäftigen müssen sowie Garten- und Feldarbeit leisten. Fünf Germanistikstudentinnen von der Universität Tirana hatten sich bereit erklärt, einen intensiven Deutschkurs zu leiten. Dieser fand in Struga (Mazedonien) statt und dauerte 10 Tage.

Der Unterricht wurde in Vorlesungen und Seminare unterteilt. Die Vorlesungen wurden jeden Vormittag von den Studentinnen gehalten. Nachmittags wurden die Frauen in Seminargruppen eingeteilt, wo jede Studentin die Aufgabe hatte, ihre Gruppe zu betreuen, indem sie mit den Teilnehmerinnen verschiedene sprachliche Übungen machten. Was uns als „Lehrerinnen“ beeindruckte, war die Tatsache, dass trotz des Alters einiger Frauen, sie den Kurs sehr ernst nahmen und fleißig lernten.

Aurora Saphia (li.) und Aurela Kasmollari veranschaulichen die schweren deutschen Vokabeln  (Foto: Elona Vreto)

Junge und ältere Frauen lernen gemeinsam mit viel Fleiß (Foto: Aurela Kosmollari)

Aber nicht nur das Studium der deutschen Sprache war Teil dieses Kurses. Nach der Andacht und den Vorlesungen haben wir das schöne Wetter und den Strand vor dem Hotel genutzt, um uns etwas zu erholen. Am Wochenende wurde ein Ausflug nach Ohrid organisiert. In der schönen Stadt am See wurde uns eine Bootsfahrt angeboten und eine Besichtigung des antiken Schlosses.

Dieser Deutschkurs soll den Frauen dazu dienen, mit den vielen Deutschen ins Gespräch zu kommen, die oft unsere Kirche in Albanien besuchen. Außerdem konnten die Frauen die Eintönigkeit, die Schwierigkeiten und Probleme des alltäglichen Lebens für zehn Tage vergessen. Auch für uns als Germanistikstudentinnen war diese Zeit eine große Erfahrung und hat uns sehr viel Freude gemacht. Deswegen bedanken wir uns ganz herzlich bei allen, die den Kurs gefördert haben. Schön, dass unsere Initiative durch die Unterstützung des Frauenwerkes der Evangelisch-methodistischen Kirche in der Schweiz, durch Bischof Heinrich Bolleter und den Christlichen Hilfsverein Wismar e.V. zur Tat werden konnte.

Gemeinsam mit den Frauen haben wir gesagt: Der Kurs soll nicht zu Ende sein. Eine Fortsetzung wird folgen, damit die Frauen aus den Mokrabergen ihre Sprachkenntnisse auffrischen und sie gleichzeitig noch mehr vertiefen können. Wir hoffen 2008 ab Februar mit Frauen und Männern in Bishnica weiterarbeiten zu können. Das wird dann im Rahmen eines Praktikums als Bestandteil unseres Studiums geschehen.

Die Autorinnen und Lehrerinnen: Eriselda Sema (22) aus Lushnja, Aurora Spahia (22) aus Tirana, Nertila Feimi (22) aus Gramsh, Elona Vreto (21) aus Librazhd, Aurela Kasmollari (21) aus Pogradec; alle sind Germanistikstudentinnen an der Universität Tirana, Fremdsprachenfakultät, im siebten Semester

 

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