Die Kommune Velçan in Zahlen und Fakten

Datum:  |  Autor: CHW

Die Wismarer Albanienhelfer engagieren sich seit 1992 in den Dörfern der Kommune Velçan, die im Mokragebirge im südöstlichen Albanien gelegen ist. Im August 2005 machte der Kommunalchef Ramazan Rapce zur Situation der Dörfer folgende Angaben.

Die Kommune Velçan gehört zur Mokra-Region im Osten Albaniens (s.a. Velcan bei Google Maps)

Zur Kommune Velçan gehören acht Bergdörfer mit rund 5.100 Einwohnern. Es sind dies die Dörfer: Jolle mit Zgalle und Talle, Shpelle, Bishnica, Senisht, Buzahisht, Losnik, Velçan und Laktesh. Wirtschaftliches Zentrum ist das ehemalige kommunistische Musterdorf Bishnica. 15 kommunale Angestellte und 15 Mitglieder des Gemeinderates „managen“ die Geschicke der zwischen 700 und 1.200 Meter hoch gelegenen Dörfer. Die Temperaturen schwanken zwischen –12 °C im Winter und 32 °C im Sommer. Die Höhe über NN beträgt 1.200 m, darum kann bis zu 1 Meter Schnee fallen. Der Weg bis ins administrative Zentrum Pogradec beträgt 60 km (Luftlinie: 17,7 km). 120 km sind es bis zur Hauptstadt Tirana (Luftlinie: 69,9 km). Die Fahrzeiten sind wegen der schlechten Straßen sehr lang. Als Religionen sind das Christentum und der Islam vertreten.

Die Bevölkerung lebt hauptsächlich von Land- und Forstwirtschaft. 1.420 Familien besitzen Land, 90 Familien besitzen keinen eigenen Grund und Boden. 690 Hektar Land werden bewirtschaftet, davon sind 124 Hektar Weideland. Weitere Fakten in Stichworten:

  • 1.640 Kühe, 3.700 Ziegen, 8.150 Schafe, 440 Hektar kommunaler Wald, 1.400 Hektar staatlicher Wald, pro Einwohner ca. 1.000 bis 1.200 Quadratmeter Acker
  • Die Arbeitslosigkeit beträgt im Gemeindeverband: 60 bis 70 Prozent
  • Einkommenssituation (Beispiele): Monatsgehalt Krankenschwester: 13.000 Lek (108 Euro); Monatshöchstrente Industriearbeiter: 4.000 Lek (33 Euro); Monatshöchstrente Beamter: 15.000 Lek (125 Euro); Sozialhilfe für 4- bis 5-köpfige Familie: 1.000 bis max. 1.800 Lek (8,33 bis 15 Euro)

Oft werden bei den Sozialhilfesätzen nur 40 bis 50 Prozent ausgezahlt, da dem Staat permanent das Geld fehlt! D. h. ein Kind muss mit einem „Tagessatz“ zwischen 5,5 (im schlimmsten Fall) und 12 Cent (Normalfall) auskommen.

Andreas Kühn

 

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