Es geht nichts verloren…

Datum:  |  Autor: Nicole Wicht / CHW

Alles begann im Februar 2002, als ich mit einem Studententeam aus dem Albrecht-Bengel-Haus in Tübingen das Abenteuer Albanien-Einsatz wagte. Betroffen von der Armut der Menschen im kleinen Bergdorf Holtas kam ich zurück nach Tübingen. Besonders die Kinder in Holtas hatten mein Herz gewonnen und die Frage kam auf, wie ich diesen kostbaren kleinen Menschen helfen kann.

Beim Anblick unserer Fotos wurde mir deutlich, dass es besonders auch an Kleidung mangelte. Daraus entstand die Aktion „Socken für Albanien“. Mit einem Flyer bat ich meine Familie, Freunde und Bekannte um ein paar Socken für die Kinder in Holtas. Die Resonanz war überwältigend, doch es blieb nicht nur bei den Socken…

Bald hatte ich ein Team, auf das ich mich verlassen konnte, sieben Studenten aus ganz Deutschland – von Ostfriesland bis zur Schwäbischen Alb: Valerie, Inka, Raphael, Frank, Karsten, Markus und Josch. Es wurde Geld für den Eseltransport gespendet, wir bekamen Schuhe, Schulmaterial und Kleiderspenden und eine besondere Freude waren die über 150 Paar selbst gestrickten Socken, mit denen alles begann. Natürlich blieben auch Rückschläge nicht aus und die Vorbereitungen während des Semesters kosteten jeden von uns sehr viel Kraft. Dennoch, wir durften im Vorfeld erfahren, dass Gott es unendlich gut mit uns meint, dass er in allem bei uns ist und wir voll und ganz auf ihn vertrauen können.

In dieser Gewissheit machten wir uns dann am ersten August 2002 auf den Weg nach Albanien. Mit 80 Kisten hatten wir zwei Mercedes Sprinter der Körperbehindertenförderung Neckar-Alb Mössingen beladen und sollten dann nach einer dreitägigen Reise über Italien und Griechenland am Ende der Straße in Lukova/Albanien ankommen. Unter Mithilfe von Michael und Claudia Hanisch verlief alles reibungslos, worüber wir mehr als dankbar waren. Alle Kisten wurden auf Esel umgeladen und nach vierstündigem Marsch bergauf, bergab kamen wir endlich in Holtas an.

Einige albanische Christen aus Bishnica und Gramsh hießen uns an der Schule willkommen und auch schon die ersten der mehr als 150 Kinder beäugten interessiert unsere Kisten. Einen Tag noch mussten sie sich gedulden, bis wir die Schuhe, Socken, Kleidung und Schulsachen verteilen würden.

Das albanische Team stand uns mit Rat und Tat zur Seite. Besonders die geistliche Gemeinschaft stärkte uns in dieser doch sehr anstrengenden Zeit. Wir fanden immer wieder Zeit für Gespräche und Andachten. Unsere Teams ergänzten sich und so war eine gute Zusammenarbeit möglich.

Die Kinder staunten anfangs ganz ungläubig, als sie unsere Hilfsgüter sahen – doch das Staunen verwandelte sich bald in große Freude und leuchtende Kinderaugen. Ein Paar bunte Socken, neue Schuhe, ein Spielzeugauto, ein Bilderbuch oder sogar einen Teddybär! Wir durften erleben, dass Gott uns gebraucht hatte, diesen armen Kindern eine Freude zu bereiten. Nach all den Anstrengungen im Vorfeld, nach der strapaziösen Reise bis ins Dorf sahen wir erst mal den Lohn unserer Mühe und durften erfahren, dass nichts von dem verloren geht, was aus Liebe geschieht.

Nicole Wicht

 

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