Evangelisation in Buzahishte, 13. – 18. Februar 2014

Datum:  |  Autor: Dietmar Schöer

Gestern Abend in der Dunkelheit sind wir wieder in Pogradec angekommen. Wir, das waren Frieder, Manjola, Florije und Rudi (der eigentlich Samuel heißt). Das Team hat sich vor Ort noch um einige Mitarbeiter aus Bishnica erweitert. Eine wunderbare Zeit liegt hinter uns, die man schwer mit wenigen Worten zusammenfassen kann.

Im Gespräch mit Familie HykoAm 13. und 14. Februar haben wir, aufgeteilt in zwei Teams, die Familien in dem Dorf Buzahishte besucht und zu den geplanten Gottesdiensten eingeladen. In dem Gemeinschaftshaus, das vor über 10 Jahren von den Bauern des Dorfs selbst erbaut wurde (mit Unterstützung aus Holland und Deutschland), fanden über 5 Jahre lang keine Gottesdienste statt. Vor etwa 2 Jahren gab es einen Brandanschlag, bei dem das Gebäude schwer beschädigt wurde. Unmittelbar vor der Evangelisation haben es deutsche Handwerker und Männer aus dem Dorf renoviert und wieder gebrauchsfähig gemacht. Dabei wurde auch der Ofen eingebaut, der nicht nur uns gewärmt hat, sondern auch mithilft, das Mauerwerk zu trocknen. Nun wurde das Gemeindehaus auch wieder mit geistlichem Leben erfüllt.

Gottesdienste für Kinder und Erwachsene

Als wir in Buzahishte ankamen, waren es als erstes die Kinder, die neugierig zur Türe hereinschauten. So haben wir spontan auch noch eine Kinderevangelisation angesetzt. Unser albanischer Mitarbeiter Rudi ist ein begabter Musiker und Kinderevangelist, der auch im Internat in Bishnica regelmäßig Musikunterricht gibt.

Uhrzeiten darf man in Albanien nicht zu genau nehmen. So kam am Freitag, dem 15.02. zur angesetzten Uhrzeit um 14:30 Uhr nicht ein Kind. Es war regnerisch, wir hatten alles vorbereitet und setzten uns etwas enttäuscht an den wärmenden Ofen, als niemand kam. Doch etwa 20 Minuten später ging plötzlich die Tür auf und 38 Kinder strömten herein. Ich begrüßte sie mit Hilfe unserer albanischen Übersetzerin. Rudi hat mit ihnen gesungen und gemeinsam haben wir mit den Kindern die Geschichte vom verlorenen Sohn nachgespielt. Die Kinder haben begeistert mitgemacht. Früher gab es bereits eine regelmäßige und große Kinderarbeit in Buzahishte; die mittlerweile jungen Erwachsenen haben signalisiert, beim Aufbau einer neuen Kinder- und Gemeindearbeit mitzuhelfen.

... Kinderprogramm ...

Montag ging unser Einsatz zu Ende

Auch der erste Gottesdienst am Samstag begann verspätet. Weder die Erwachsenen noch unser albanischer Übersetzer waren zur vereinbarten Uhrzeit vor Ort. Mit einer Stunde Verspätung konnten wir dann aber doch beginnen. Bei unserer Auswertungsrunde am Abend merkten unsere albanischen Mitarbeiter an, dass der Gottesdienstbesuch von etwa 20 Personen für einen Neustart außergewöhnlich gut war. Zum Abschlussgottesdienst waren wir sogar 46 Personen in allen Altersgruppen.

Es geht weiter

Während am Freitag und Samstag ich die Predigten hielt, haben wir am Montag Rudi Shkullaku diese Aufgabe übertragen. Er besitzt eine zweijährige Bibelschulausbildung, und auch seine Predigt kam bei den Albanern sehr gut an. Er hat ein Herz für die Mokra-Region – seine Frau ist auch eine „geistliche Frucht“ aus der Kinderarbeit der vergangenen Jahre. Rudi hat sich von Gott aufs Herz legen lassen, den Menschen in Buzahishte regelmäßig mit Gottesdiensten und Kinderstunden zu dienen. Dabei hat er nicht zuerst gefragt, was er dafür bekommt; dies ist ein deutliches Zeichen für eine echte Berufung. Allerdings hat er eine Familie mit kleinen Kindern, und so benötigt er einen Lebensunterhalt. Die Männer in Buzahishte haben bereits signalisiert, dass sie bereit sind, ihren Teil zu tun und z.B. für die Fahrtkosten aufzukommen. Für ein Grundgehalt allerdings werden Mittel von außen benötigt. Daher sind wir jetzt auf der Suche nach Unterstützern für die Gemeindearbeit, die in diesen Wintertagen einen hoffnungsvollen Neustart erlebt hat.

Erst haben wir einen vernünftigen Ofen aufgebaut, den Stefan Kost uns organisiert hat, denn in einer warmen Kirche können auch Herzen erwärmt werdenAm Mittwoch werde ich wieder nach Hause fliegen. Natürlich freue ich mich auf meine Familie und die Gemeinde in Deutschland. Aber so schwer wie diesmal ist mir seit vielen Jahren kein Abschied gefallen…

Dietmar Schöer

 

Bildergalerie

Bilder: Frieder Weinhold, Dietmar Schröer

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