Freiwillige engagieren sich in Bishnica

Datum:  |  Autor: Johanna Seppmann / CHW

Wenn ich mir heute im Internet die Bilder der Grundschule in Bishnica anschaue, kann ich nur staunen: die grauen Mauern wichen einem strahlenden Gelb, die Fenster, durch die wir vor wenigen Monaten Steine schmissen, haben nun Scheiben, und die Böden, die gar nicht existierten, sind ordentlich gefliest.

Als am 22. Juni 2011 die erste Gruppe Freiwilliger aus Deutschland im Bergdorf ankam, fanden sie die Unterrichtsräume in ganz anderem Zustand vor. Die 15 jungen Menschen vom Schloss Falkenberg standen auf marodem und teilweise schon löchrigem Holzfußboden, der die Vorstellung, dass hier bis vor kurzem noch Unterricht stattgefunden hatte, fast unmöglich machte. Voller Elan machten sie sich an die Arbeit, rissen die Dielen, alte Fenster und Türen heraus und fuhren in die Berge, um Steine zu sammeln und damit den Keller zu füllen.

Gemeinsam mit Jugendlichen aus Bishnica arbeitete das Team von „Hoffnung für Dich“ aus Wabern-Falkenberg an der Schule   (Foto: Axel Ermke)

Jugendliche von der Kirchgemeinde Witzin hatten viel Freude bei der gemeinsamen Arbeit in Bishnica   (Foto: Helga Birkholz)

Zwei Wochen später führte unsere 14-köpfige Mecklenburger Gruppe genau diese Arbeit fort. Gerade weil auch wir vom Zustand des Gebäudes absolut entsetzt waren, ließen wir uns keinen Moment Zeit zum Innehalten. Wir fegten die Räume, bis uns auffiel, dass sie sowieso gleich wieder staubig sein würden, schleppten Steine und Sand zur Grundierung der Böden, klopften die Decke herunter und lernten nebenbei Land und Leute besser kennen.

Inzwischen haben die Helfer vor Ort die Renovierungsarbeiten, die neben dem CHW auch von der Deutschen Botschaft Tirana und der Gemeinde Velçan finanziell unterstützt wurden, erfolgreich beendet.

Auch wenn es am ersten Schultag, der mit einer Einweihungsfeier begann, so ausgesehen haben mag: die Beschenkten waren nicht nur die Grundschüler, die auf neuen Stühlen an neuen Tischen lernen. Wir alle, die wir über Wassergräben auf der Straße sprangen, Schlangen und Skorpionen begegneten und auf Lkw durch Albaniens Berge fuhren, haben viel gewonnen. Gemeinsame Abende am Lagerfeuer, Ausflüge zum kühlen Bergsee und nicht zuletzt die unterschiedliche Arbeitsweise brachten Helfer beider Nationen einander näher und ließen uns voneinander lernen – so wie es sich für eine Schule gehört!

Johanna SeppmannJohanna Seppmann

 

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