Gute Bedingungen für die Hoxha-Geschwister

Datum:  |  Autor: CHW

Im Oktober verschickten wir einen dringenden Spendenaufruf: Im Internat wurden vier Geschwister aufgenommen, die seit längerer Zeit auf der Straße lebten, da ihre Eltern krank wurden und sie nicht versorgen konnten. Sozialarbeiterin Manjola Lushka berichtet, wie es den Kindern heute geht.

Die Hoxha-Geschwister: Azem, Arnold, Xhulian und Valentina. Azem (li) kann nach seinem Zahnarztbesuch schon wieder lachen.

Die Hoxha-Geschwister: Azem, Arnold, Xhulian und Valentina. Azem (li) kann nach seinem Zahnarztbesuch schon wieder lachen.

Diese vier Kinder aufzunehmen war eine besondere Herausforderung an unser Team. Normalerweise wohnen im Internat Kinder, in deren Dorf es keine Schule mehr gibt; am Wochenende und in den Ferien sind sie wieder bei ihren Familien. Für die Hoxha-Geschwister dagegen war eine intensive 24-Stunden-Betreuung notwendig, für die sich neben mir die Mitarbeiterinnen unserer Hauswirtschaft sowie das ganze Team in Bishnica sehr stark engagiert haben. Als die Kinder am 19. Oktober 2014 zu uns kamen, waren sie unterernährt und hyperaktiv, sie zeigten aggressives Verhalten untereinander und gegenüber anderen sowie eine aggressive, rüde Sprache. Seit vor etwa drei Jahren ihre Eltern krank wurden, haben die Kinder durch Betteln für die Versorgung der Familie gesorgt. Sie haben daher kaum regelmäßig gegessen; selbst in den Zeiten, in denen sie im staatlichen Heim untergebracht waren, gab es meist nur altes Brot und etwas Käse.

Sichtbare Verbesserungen

Seit sie bei uns sind, hat sich ihr gesundheitlicher Zustand erheblich verbessert. Die Leiterin des Krankenhauses Velçan hat die Kinder hier bei uns in Bishnica medizinisch betreut. Azem (9 Jahre) brachten wir drei Mal nach Pogradec zum Zahnarzt, der kaputte Milchzähne zog und eine Wurzelbehandlung durchführte. Durch das regelmäßige Essen und die gute Pflege sind alle Vier nun gesundheitlich stabiler und haben auch deutlich zugenommen – Arnold (12 Jahre) z.B. von etwa 22 auf 30 kg.

Bei der Weihnachtsfeier in Bishnica betrachtet Arnold Hoxha fasziniert die Krippenfiguren

Bei der Weihnachtsfeier in Bishnica betrachtet Arnold Hoxha fasziniert die Krippenfiguren

In den letzten Wochen haben unsere Mitarbeiter die Geschwister drei Mal nach Rodokal gefahren, damit sie ihre Eltern besuchen konnten, u.a. an Weihnachten und Anfang Januar zu Arnolds Geburtstag. Dort erzählten sie begeistert, was sie in Bishnica erleben und lernen. Und weil sie gewohnt sind, ihren Eltern Essen mitzubringen, geben wir ihnen weiterhin kleine Lebensmittel-Geschenke mit. Mit dieser Besuchsregelung sind Eltern und Kinder glücklich; die Eltern freuen sich sehr über die Betreuung in Bishnica und die Entwicklung, die sie an ihren Kindern sehen.

Schulbesuch ist jetzt möglich

Außerdem haben wir die Kinder auf den Besuch der Schule vorbereitet. Erjona Lufo, Mariglen Balashi und ich haben ihnen in persönlichen Gesprächen nahe gebracht, wie wichtig der Schulbesuch für sie ist. Während der Hausaufgabenbetreuung haben wir den Hoxha-Geschwistern eigene, leichte Aufgaben gegeben, damit sie den Rückstand zu den anderen Kindern etwas aufholen. Außerdem haben wir die offiziellen Dokumente für sie besorgt und Schulbücher und Hefte bestellt.

Seit dem 5. Januar besuchen alle Vier nun die normale Schule in Bishnica. Sie brauchen weiterhin individuelle Betreuung, aber im Moment sind sie gut in ihre jeweiligen Klassen intergriert.

 

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