Hilfsverein sammelt Geld für 3000 Bäume in Albanien

Datum:  |  Autor: OSTSEE-ZEITUNG

Der nächste Transport mit Möbeln und Paketen startet am 4. April in Richtung Balkan. Im November feiert die Wismarer Gruppe ihr 20-jähriges Bestehen.

Wismar (OZ) – Die Mitglieder der Albanienhilfe im Christlichen Hilfsverein Wismar (CHW) haben sich für die kommenden Monate viel vorgenommen. Wie CHW-Chef Frieder Weinhold (57) berichtete, sind in diesem Jahr neben mehreren Hilfstransporten auch Baueinsätze, Konferenzen, Schulungen und Jugendtreffen in dem Balkanland geplant.

Heute fährt Weinhold wieder nach Albanien. „Es gibt eine Weiterbildung für Mitarbeiter und Hausbesuche in Bergdörfern.“ Am 4. April startet ein Transport, unter anderem mit Schulmöbeln und Familienpaketen. Ende Juni gehen noch einmal Familienpakete auf die Reise. Im Juli findet in Bishnica eine internationale Jugendbegegnung mit einem Baueinsatz statt, Ende November werden die Weihnachtspakete in Wismar verladen und später in Albanien verteilt.

Auch in Wismar sind die CHW-Vertreter nicht untätig. Hier wird am 30. April zur Mitgliederversammlung eingeladen. Am 27. August folgt das Vereinshausfest. Und am 5. und 6. November soll das 20-jährige Bestehen der Albanienhilfe gefeiert werden, unter anderem mit einem Empfang im Rathaus. Den CHW gibt es seit 1995.

„Den Menschen in den Bergdörfern, die so viel Not erlebt haben und deren Lebensumstände kärglich sind, wollen wir mit Gutem begegnen“, sagt Weinhold. „Dies sind Weihnachts- und Familienpakete. Noch mehr ist es aber die langfristige Zusammenarbeit, etwa im Pflegedienst und in der Umwelt- und Bildungsarbeit, die die Lebensumstände verbessern hilft.“ Das Motto laute „Hilfe zur Selbsthilfe“.

„Wir wollen neue Brücken zwischen den Kulturen bauen.“ Für den großen Zuspruch, die Spenden und die tatkräftige Unterstützung, die die 60 CHW-Mitglieder in Wismar und der Umgebung erfahren, sind sie sehr dankbar. Weitere Spenden werden gebraucht, etwa für das Internat, wo sich zwei Frauen derzeit um zehn Kinder kümmern. Außerdem arbeitet ein Lehrer zehn Stunden pro Woche mit besonders nachhilfebedürftigen Schülern. „Das Budget für die Betreuung eines Kindes beträgt 90 Euro monatlich. Wir würden uns freuen, wenn jemand die Patenschaft für ein Kind übernimmt“, so Frieder Weinhold.

Der Pflegedienst betreut derzeit elf Patienten, die physiotherapeutisch versorgt werden. Zusätzlich werden neun zuckerkranke Patienten behandelt. Ein Pfleger und ein Helfer fahren drei Tage pro Woche durch die Dörfer Velcan, Laktesh, Buzahishte und Senisht, um sich um diese Patienten zu kümmern. Dieser Teil des Pflegedienstes kostet monatlich 639 Euro. „Wenn wir kontinuierlich mehr finanzielle Unterstützung erhalten, können wir das Projekt auf weitere Patienten ausweiten und noch stärker Problemfälle betreuen.“ Lobenswert: Ein Apotheker aus Wismar gibt für das Projekt monatlich 300 Euro.

Weitere Gelder benötigt der CHW für das Pflegehaus, für ein Allrad-Fahrzeug, das das Pflegeteam und Materialien transportiert und sich für Ambulanzfahrten eignet. Und für das Projekt „Bäume für die Zukunft“. „Aus den Spenden von 2010 haben wir 500 Bäume geordert, sie werden Ende Februar oder Anfang März an der Straße von Velcan nach Laktesh gepflanzt. Erosion ist weiterhin ein sehr großes Thema.“ In den letzten Jahren seien aufgrund der Wassermassen viele Hänge abgerutscht. „Auch viele Häuser waren zu Schaden gekommen. Für 2011 brauchen wir darum mindestens 3000 Bäume“, weiß Frieder Weinhold.

Norbert Wiaterek
aus: OSTSEE-ZEITUNG Ausgabe Wismar, Freitag, 04.02.2011

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