„Ich will gesund werden!“

Datum:  |  Autor: Rebekka Teske / CHW

Tufe Lapushi hat sich ihren linken Fuß verbrannt, als sie ein Jahr alt war. Mit 18 wurden ihr die Zehenknochen daran amputiert, aber trotzdem hat sie seitdem Schmerzen. Da sie drei Söhne (4, 7 und 12 Jahre) hat und ihre Familie sich von der kargen Landwirtschaft ernährt, muss sie die Kinder versorgen und auch auf den Feldern arbeiten. Dabei benutzt sie zwangsweise auch den kranken Fuß, der dadurch meistens entzündet ist.

Familie Lapushi ist eine der ärmsten Familien in Holtas, einem von der Außenwelt fast völlig abgeschnittenen Dorf. Mit den Jahren hat Tufe eine Schonhaltung eingenommen, die den Rücken sehr belastet. Sie läuft immer sehr gekrümmt und lagert ihr ganzes Gewicht auf ihr rechtes Bein.

Frank Stellmacher, ein Student aus Dorf Mecklenburg, hat Tufe im März dieses Jahres kennen gelernt und sich dafür eingesetzt, dass ihr geholfen wird. Ein holländischer Arzt der Medizinischen Nothilfe Albanien (MNA) hat sich den Fuß angeschaut und eine weitere Amputation oberhalb des Sprunggelenks vorgeschlagen, um später eine Prothese anbringen lassen zu können. Er ist bereit, die Operation zu übernehmen, wenn der Fuß nicht mehr entzündet ist. Das ist aber in der unhygienischen Umgebung von Holtas nicht möglich. Um Tufe besser versorgen zu können, wird der CHW sie in das Dorf Bishnica bringen. Dort bekommt sie dann medizinische Verbände, tägliche Fußbäder und Hilfestellung zur Entlastung des Fußes.

Ihre Familie zu verlassen und auf unbestimmte Zeit wegzugehen, ist für Tufe und ihren Mann eine schwierige Entscheidung. Nachdenklich und doch entschlossen sagt die hübsche zweiunddreißigjährige Frau: „Es ist schwer für mich. Aber ich werde gehen. Ich will gesund werden.“

Rebekka Teske

 

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