Initiativkreis plant Hansetag

Datum:  |  Autor: OSTSEE-ZEITUNG

„Aufschwung durch Zusammenarbeit“: Geschichtsfreunde erinnern an die Gründung des Schutzbündnisses am 6. September 1259 in Wismar

Wismar – Pottharst ist lecker. Und auch Koldeschal und Lutterdrank munden. Dies sind nur einige Spezialitäten, die während eines Hansetages kredenzt werden könnten. Das nicht alltägliche Fest soll im Sommer dieses Jahres im und am Haus des Christlichen Hilfsvereins Wismar (CHW) am Turnplatz stattfinden. So planen es jedenfalls die Mitstreiter des Initiativkreises Hanse. „Pottharst ist ein Fleisch-Gemüse-Eintopf, Koldeschal ein Mischgetränk aus Bier, Weißwein und Zitronensäure, Lutterdrank ein Getränk mit Rotwein und Gewürzen, mit Honig und Zucker versetzt“, weiß Dr. Klaus-Jürgen Pede. „Wir wollen zeigen, wie die Leute früher gelebt haben.“ Deshalb laden die Kreativen des Initiativkreises auch Handwerker ein, die am CHW-Haus arbeiten. „Ich kann mir vorstellen, dass die Besucher des Hansetages mittelalterlich-hansische Speisen und Getränke selbst zubereiten oder Gefäße aus Ton herstellen, wie sie einst in Wismar verwendet wurden.“ Entsprechende Musik, Informationen über das Leben während der Blütezeit der Hanse und Referate dürften das Angebot komplettieren. „Dies sind erste Ideen“, hieß es jetzt.

Die Frauen und Männer des im Januar 2007 gegründeten Initiativkreises – ihr Motto lautet „Aufschwung durch Zusammenarbeit“ – suchen Mitstreiter für ein Netzwerk. Sie sammeln Ideen und planen Veranstaltungen und Aktionen, mit denen an das historische Treffen vor 750 Jahren in Wismar erinnert werden soll. Am 6. September 1259 hatten sich Gesandte der Räte aus Wismar, Rostock und Lübeck getroffen und erstmalig beschlossen, See- und Straßenräuber zu verfolgen und zu bestrafen. Mit der Vereinbarung dieses gemeinsamen Schutzbündnisses, dem sich in den folgenden Jahren auch Stralsund und Greifswald anschlossen, begann ein Umdenken der Kaufleute und Handwerker. Es wurde ein Prozess in Gang gesetzt, der letztendlich zur Hanse führte. 1418 ist ein weiteres historisch wichtiges Jahr: Vom 24. Juni bis in den August hinein hatten sich städtische Ratsendeboten getroffen, um die großen Statuten der Hanse zu beschließen.

„Es ist wichtig, nicht nur um die Poeler Kogge herum Raketen in die Luft zu schießen, zu saufen und zu tanzen, sondern auch etwas Niveauvolles auf die Beine zu stellen“, findet Pede. „Die Hanse muss etwas sein, was sich der Bürger aneignet“, die Besinnung auf die Vergangenheit sei wichtig. „Ich hoffe, dass sich noch viel mehr Menschen aus eigenem Antrieb mit der Hanse und ihren Folgen beschäftigen. Schön wäre es, wenn sich in dieser Bürgerinitiative ganz unterschiedliche Menschen gemeinsam engagieren.“ Wichtig sei ein nachhaltiger, handlungsorientierter Gedankenaustausch.

Norbert Wiaterek
aus: OSTSEE-ZEITUNG Ausgabe Wismar, Donnerstag, 22.01.2009

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