Kochen mit Frischgemüse

Datum:  |  Autor: OSTSEE-ZEITUNG

Ausländische Studenten der Hochschule kochten zusammen mit Wismarer Jugendlichen und Erwachsenen zum Auftakt der Interkulturellen Woche

Wismar – Mexikanisch-jüdisch startete die Interkulturelle Woche in Wismar. Der jugendparlament-förderverein e. V. (jupa-föv) hatte ins Vereins- und Gemeindezentrum am Turnplatz 4 eingeladen. „Die Situation für ausländische Studierende ist nicht gerade einfach. Sehr viele sprechen ausgezeichnet englisch, aber mit der deutschen Sprache haben sie doch ihre Schwierigkeiten. Das führt dann in einem Umfeld, bei welchem es sich genau umgekehrt verhält, zu massiven Kommunikationsproblemen“, erklärt Franka Metzner (24) vom jupa-föv.

Die Folge: Viele ausländische Studenten bleiben unter sich. „Deshalb haben wir uns entschlossen, ein interkulturelles Fest im Rahmen der Interkulturellen Woche zu veranstalten. Wir wollten einfach eine Möglichkeit bieten, sich zu begegnen und auszutauschen. Und am ungezwungensten schnackt man noch beim Kartoffelschälen“, führt Martin Börner (21) weiter aus.

Schließlich konnte der jupa-föv Studentinnen aus Estland und Schweden begrüßen, die sich zusammen mit den weiteren Gästen aus Wismar und Umgebung sowie Rostock in der mexikanischen und jüdischen Küche ausprobierten. Die Teilnehmer, zwischen 14 und 47 Jahre alt, versuchten sich an mexikanischen Tortillas, Guacamole, Bohnen-Feta-Salat und an jüdischem Matzenbrei, Latkes sowie würzigen Kartoffeln auf jüdisch-indische Art. In diesen Momenten, wenn alles zu klappen scheint, denkt man natürlich auch an jene, die eine solche Veranstaltung erst ermöglichen.

„Unser Dank gilt dem Verfügungsfonds des Programms ,Die Soziale Stadt’, der BauGrund, dem Jugendamt, der Bäckerei Sternberger und ganz besonders Frieder Weinhold“, sagt Franka.

Der grandiose Abschluss des Abends war dann der Auftritt der Klezmerband „Frischgemüse“. Die zehn Mädels von der Insel Rügen spielten mit Klezmermusik, dieser aus Mittel- und Osteuropa stammenden jüdischen Volksmusiktradition, zum Tanzen auf. Viele der Zuhörer lauschten aber viel zu gebannt diesen unvertrauten Klängen, um noch ans Tanzen zu denken. Damit war der Auftakt zur Interkulturellen Woche ein voller Erfolg, der sich hoffentlich in den Veranstaltungen im Tikozigalpa, im Theater Wismar, in der Evangelischen Gemeinde St. Nikolai und im Bürgerpark fortsetzen wird.Bis Sonnabend geht die Woche in Wismar schließlich noch und wer sich von euch über das Wer-Wann-Was genauer informieren möchte, sollte sich an den Ökumenischen Kirchenladen (Telefon 0 38 41/70 34 69) wenden.

Nachdem schließlich der letzte Teller gespült und der letzte Kochtopf geschrubbt wurde, konnte Martin schließlich resümieren: „Insgesamt hat alles super geklappt, auch wenn wir vor allem das weibliche Publikum angezogen haben und ich mir etwas mehr männliche Beteiligung gewünscht hätte. Aber hey, wir haben das Haus zum Kochen gebracht. Was will man mehr?“

Anica Voigt
aus: OSTSEE-ZEITUNG, Mittwoch, 27.09.2006

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