Meine Geschichte: Familie Demollari

Datum:  |  Autor: Valbona Balla

2014 kommen die Mädchen ins Internat, hier mit Vater Flamur und Bruder Aristeo

2014 kommen die Mädchen ins Internat, hier mit Vater Flamur und Bruder Aristeo

Themen und Zahlen sind eine Seite, persönliche Schicksale die andere. Zum Beispiel die Geschichte der Demollari-Familie aus Jollë, die zur Min­derheit der Balkan-Ägypter gehört.

Flamur und Vjollca Demollari leben in dem kleinen Dorf Jollë, noch ein Stück weiter in den Bergen als Bishnica. Das Dorf ist quasi aus der Welt: Nach Pogradec sind es 78 km. Wie die wenigen anderen verbliebenen Dorfbewohner leben sie als landwirtschaftliche Selbstversorger unter äußerst einfachen Bedingungen. Erschwerend kommt hinzu, dass der Vater zur Volks­gruppe der Ägypter gehört, die ähnlich wie die Roma häufig Diskriminierung erleben und am Rand der Gesellschaft stehen.

Im Jahr 2000 wurde die Dorfschule von Jollë wegen der geringen Schülerzahlen geschlossen. Es gab aber noch Familien mit 4 oder 5 Schulkindern! Diese Familien baten in unserem Zentrum in Bishnica um Hilfe, woraufhin damals unser Internat eingerichtet wurde. So konnten die Kinder bei uns wohnen und die Schule in Bishnica besuchen.

Davon profitierte auch Familie Demoll­ari. Ihre vier Mädchen kamen 2014 zu uns: Irena (damals 16), Sonila (15), Jonida (12) und Marsela (11). Sie alle haben inzwischen die Schule abgeschlossen. Aristeo ist der Jüngste und kam später, er ist jetzt in der 8. Klasse. Unsere ergänzende Förderung (Hausaufgabenbetreuung und zusätzliche Kurse) hat auch den Demollari-Geschwistern sehr geholfen: Sonila ist inzwischen Bürgermeisterin (Dorfvertreterin) von Jollë; zwei weitere Mädchen haben geheiratet und leben in Italien. Über die Jahre konnten wir die Familie immer wieder durch Lebensmittelpakete, Kleider- und Materialspenden unterstützen, darunter sogar Fenster und Türen für ihr Haus. Bei Notfällen brachten wir sie mit unseren Fahrzeugen in die Stadt.

Flamur und Vjollca sind äußerst dankbar, dass ihre Kinder in unserem Internat aufgenommen wurden und so eine Schulbildung bekamen. Unsere Hilfe hat dem Leben der gesamten Familie eine entscheidende Wende gegeben – den Eltern und natürlich den Kindern. l Valbona Balla

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