Perspektiven unserer Arbeit

Datum:  |  Autor: Frieder Weinhold

Vom Liedermacher und Lyriker Wolf Biermann stammt der Satz: „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu.“ Beim Propheten Jesaja finden wir, in einer bildhaften Sprache aus der nomadischen Zeit Israels, die Aufforderung: „Vergrößere dein Zelt! Spann die Zeltdecken weiter aus! Spare nicht! Verlängere die Seile und schlag die Pflöcke fest ein!“

Für die Arbeit der Diakonia Albania (DA) und des Christlichen Hilfsvereins Wismar e.V. (CHW) kann das bedeuten, dass wir uns weiterentwickeln müssen, soll das Werk Bestand haben. Darum haben wir in den letzten zwei Jahren intensiv an unseren strukturellen Grundlagen gearbeitet. In Deutschland und Albanien wächst ein Netzwerk von Standorten, Partnern und Unterstützern.

Auf der Diakonia-Konferenz 2018 in Librazhd trafen sich Partner und Unterstützer der DA zum Ideenaustausch

Auf der Diakonia-Konferenz 2018 in Librazhd trafen sich Partner und Unterstützer der DA zum Ideenaustausch

Strukturen der Arbeit in Albanien

Mokra-Region

Nach wie vor laufen unsere wichtigsten Projekte in den Dörfern der Mokra­region (Bishnica, Velçan, Buzaishtë, Laktesh usw.), weil wir den Menschen dort besonders verbunden sind und wir auch weiterhin unseren Auftrag in der Zusammenarbeit mit den Menschen der Bergdörfer sehen (siehe Bericht von Aurora Zeqo). Aber es sind weitere Bereiche dazugekommen.

DA-Büro in Tirana

Unsere Exekutivdirektorin Aurora Zeqo wohnt in Tirana und arbeitet von ihrem Büro in der Hauptstadt aus. Ebenfalls aus Tirana kommt Pastor Akil Pano, der Mitglied im Aufsichtsrat der DA ist und uns durch Beratung und seine Kontakte unterstützt. Umgekehrt arbeiten wir bei sozialen Projekten seiner evangelischen Gemeinde mit und unterstützen mit Material, das wir hier von Kirchengemeinden gespendet bekommen haben, die Ausstattung eines Kirchenraumes in Tirana.

DA-Büro in Librazhd

In der Kleinstadt Librazhd haben wir neue Büroräume bezogen. Dorthin gibt es schon länger Kontakte durch Diola Malasi, die dort einen Kindergarten leitet, und daneben als Psychologin die Internatskinder in Bish­nica betreut. Jetzt ist noch die diplomierte Sozialarbeiterin Valbona Balla dazu gekommen; sie leitet die Arbeit in Bishnica, kümmert sich aber auch um besonders hilfsbedürftige Menschen in ihrer Heimatstadt Librazhd.

DA-Büro in Pogradec

Dann haben wir weiterhin unsere Büroräume in Pogradec, in denen auch deutsche Teams bei Einsätzen wohnen können. In Pogradec befindet sich außerdem unser Lager, das als Basis und Zwischenlager für Hilfsgüterverteilungen dient. Saimir Rakipllari verwaltet die Finanzen der DA und wird dabei durch Frau Hänsel von Wismar aus unterstützt. Das ist möglich, da wir letztes Jahr unser Buchhaltungsprogramm auf Serverbetrieb umgestellt haben. So können wir gemeinsam an der Buchhaltung arbeiten und gewinnen jederzeit einen schnellen Überblick über die Finanzen in Albanien – das hat uns einen großen Schritt weitergebracht.

Viele Freunde arbeiten mit

Regionalgruppe Höxter

Mit Freunden von der CHW-Regionalgruppe in Höxter unterstützen wir eine kleine katholische Gemeinde in der Nähe der nordalbanischen Stadt Lezha. Die Freunde aus Nordrhein-Westfalen werden sich dieses Jahr an der Betreuung unseres Infostands auf dem Evangelischen Kirchentag in Dortmund beteiligen, sie haben aber auch den Internatsneubau im Blick. Durch sie konnten wir bereits Kontakte nach Mallakastra in Südalbanien knüpfen, wo sich weitere Kooperationen anbieten.

Mit Bauunternehmer Shkelqim Kapllanaj (li) brachten wir Hilfsgüter zu armen Familien in Mallakastra

Mit Bauunternehmer Shkelqim Kapllanaj (li) brachten wir Hilfsgüter zu armen Familien in Mallakastra

Regionalgruppe Lübeck

Christine und Jürgen Reindorf, die unsere Regionalgruppe in Lübeck vertreten, planen im Herbst 2019 eine weitere Baumpflanzaktion. Dabei werden sie wieder von Freunden aus Sachsen begleitet.

Regionalgruppe Sachsen

Die Zeit der sächsischen Landesgartenschau in Frankenberg bei Chemnitz können wir für eine CHW-Ausstellung in der dortigen Evangelischen Kirche nutzen. Der Bürgermeister der Stadt, aus der wir seit vielen Jahren große Unterstützung erhalten, wird 2019 Schirmherr unserer Weihnachtsaktion sein. Im vergangenen Jahr hatte der Bürgermeister der Hansestadt Wismar diese Funktion übernommen.

Stadt Wismar

Wie bereits vermeldet, sind Wismar und Pogradec auf dem Weg zu einer Städtepartnerschaft, es gab bereits eine Reihe von gegenseitigen Besuchen. Für diese neue Partnerschaft haben wir als CHW mit unserer langjährigen Arbeit die Grundlage gelegt. Gemeinsam mit dem Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Tirana unterstützen wir als CHW und DA schon lange albanische Kommunalverwaltungen; diese Städtepartnerschaft hat für mich jedoch eine ganz neue, besondere Qualität der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit.

Hilfe auch für Mazedonien

Der Ohrid-See ist eine Perle für Besucher und für alle Bewohner der Region ein Schatz, der gemeinsam genutzt und geschützt werden soll. Bereits 2016 hatten wir ein länderübergreifendes Projekt, als Vertreter der drei am Ohrid-See gelegenen Städte Ohrid und Struga (Nordmazedonien) sowie Pogradec (Albanien) nach Wismar kamen und dort eine Erklärung für die weitere Zusammenarbeit unterzeichneten. In diese Richtung haben wir weitergearbeitet: Wir haben unsere Kontakte zur Stadtverwaltung Ohrid ausgebaut, Hilfsgüter für Schulen und das Krankenhaus gebracht, sowie eine Weiterbildung von Mitarbeitern der Stadtverwaltung Ohrid im Landkreis Nordwestmecklenburg organisiert. Diese wurde gefördert durch die „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“ – sozusagen ein Testlauf für Anträge in Bezug auf die Städtepartnerschaft Wismar–Pogradec.

April 2018: Entladen eines LKW mit Hilfsgütern für Ohrid und Pogradec

April 2018: Entladen eines LKW mit Hilfsgütern für Ohrid und Pogradec

Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an…

Ja, ich bin nun im 66. Lebensjahr; der 1. April mein offizieller Rentenbeginn. Als ich den Termin erstmals in meinen Rentenunterlagen genannt bekam, erschien mir das wie ein lächerlicher Aprilscherz. Aber im Ernst: Wie geht es weiter?

Ich werde sehr gerne weiter für den CHW wirken, auch wenn ich Alters­rente beziehe. Für einige Tätigkeiten als Projektmanager werde ich aus steuerlichen und rechtlichen Gründen als Minijobber im Verein tätig sein. Für die Finanzierung kommt – wie bisher auch – mein persönlicher Spenderkreis auf, so dass von Ihren Projektspenden nichts für meine Tätigkeit verwendet werden muss. Daneben werde ich weiterhin auch andere Aufgaben für den Verein übernehmen, nun jedoch vermehrt ehrenamtlich. In diesem Zusammenhang haben wir die Aufgabenverteilung im CHW-Vorstand intensiv beraten und neue Schwerpunkte gesetzt.

… und zum guten Schluss

Vor dem Hintergrund all dieser Entwicklungen kann ich sagen (und darin bin ich mit unserem Vorstand einig), dass die Arbeit eine gute strukturelle Entwicklung genommen hat. Die Zusammenarbeit mit neuen Partnern und Unterstützern, auf albanischer wie auf deutscher Seite, trägt Früchte. Ich sehe uns gut vorbereitet für die Aufgaben, die vor uns liegen. Bleiben auch Sie uns mit Ihren Gebeten und Ihren Gaben verbunden!

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