Pogradec schafft Kälte-Unterkunft für Obdachlose

Datum:  |  Autor: CHW

Polare Kaltluft überzog in den letzten Tagen ganz Mitteleuropa bis in den Balkan mit klirrenden Minusgraden. In Albanien kam es durch die extreme Kälte zu Todesfällen in Korça und in Durrës. Diese Lage zwang auch die Stadt Pogradec, sich um die Obdachlosen zu kümmern und zum ersten Mal seit über 15 Jahren eine Notunterkunft einzurichten.

Betten und Heizkörper hat die DA beigesteuertInzwischen sind im Stadtgebiet (das viele Dörfer ringsum umfasst) 100 Familien ohne Wohnsitz registriert. In der Stadt selbst haben die Polizei und Sozialarbeiter 7 Personen im Alter von 40 bis 60 Jahren von der Straße geholt und in ein provisorisches Sozialzentrum gebracht, das in einem Veranstaltungsraum des städtischen Kulturgebäudes eingerichtet wurde. An der Betreuung dieser Personen beteiligte sich das städtische Krankenhaus mit medizinischer Notfallbetreuung, wir als Diakonia Albania halfen mit Betten, Matrazen, Bettwäsche und Heizkörpern. Nehemiah Gateway Albania organisierte zwei warme Mahlzeiten am Tag, das Frühstück übernahm die Stadt. Vom regionalen Sozialamt kam Unterstützung durch einen Psychologen.

Das spontane Projekt soll weitergeführt werden, bis sich die Wetterlage bessert. Es wird aber wieder einmal deutlich, welche Herausforderungen solche Notlagen für den klammen städtischen Haushalt bedeuten. Eigentlich wäre es dringend nötig, die Finanzmittel für soziale Angebote zu steigern. Nach Angaben des verantwortlichen Mitarbeiters der Stadt ist nun geplant, im Haushalt ein spezielles Budget für Fälle wie diesen einzurichten.

 

Fotos: Stadt Pogradec

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