Rückblick auf den Winterhilfe-Einsatz

Datum:  |  Autor: CHW

Tief verschneit haben wir Bishnica im Februar vorgefunden. In den albanischen Nachrichten hieß es, die Kommune Velcan sei von der Außenwelt abgeschnitten. Trotzdem waren wir, Pastor Steffen Thomas, Leonard Berberi, Samuel Shkullaku, Manjola Lushka und ich dank der Fahrkünste von Agron Elezi mit dem robusten Unimog und von Englantin Lushka mit unserem Toyota Geländeauto durchgekommen, bevor Bishnica gänzlich eingeschneit war.

Von der Außenwelt abgeschnitten

Ende Februar schrieb uns dann Manjola Lushka: „Die schwierigen Wetterverhältnisse in diesem Winter bestehen weiterhin in großen Teilen des Landes. Die Schneehöhe hat 1,5 m überschritten und es fällt weiterhin Neuschnee. Für rund 100 Familien in diesen entlegenen Dörfern sind die Lebensumstände sehr schwer geworden. Außer den schwierigen Wetterverhältnissen, den Stromausfällen, der fehlenden ärztlichen Versorgung und alltäglichen Dingen, mangelt es den Menschen auch am täglichen Brot. […] Unser Plan ist es, dass wir diesen Familien mit einem Lebensmittel‐Korb mit den nötigsten Dingen helfen. Ein solcher Korb kostet für eine durchschnittliche Familie mit sechs Personen ca. 30 bis 50 Euro. Um diese Hilfe zu ermöglichen, brauchen wir also für 100 Familien ungefähr ca. 3000 bis 5000 Euro.“

Der CHW veröffentlichte diesen Hilferuf, die OSTSEE-ZEITUNG brachte einen ausführlichen Bericht und rief ihre Leser zu Spenden auf. Bald trafen auch die ersten Spenden von Offroadfreunden und Kirchengemeinden ein. So konnten Thomas Moll vom Mecklenburger Pflegedienst und Frieder Weinhold am 9. März mit Hilfsgütern nach Albanien aufbrechen.

Die Hilfe kommt an

Gleichzeitig kauften unsere albanischen Mitarbeiter in Pogradec von den Geldspenden aus Deutschland Hilfsgüter für 50 Familien und packten sie in leere Kartons um, die glücklicherweise noch von der Weihnachtspäckchenaktion übrig waren. Diese Lebensmittel brachten sie mit großem Aufwand zu den Menschen von Jolle, Zgalle, Shpelle und Senisht. Mit einem Unimog, der dem CHW im letzten Jahr gespendet worden war, kam das Team bis zu einem Punkt, wo die Dorfbewohner mit ihren Maultieren auf die Hilfsgüter warteten.

Zwei Tage später traf unser Hilfstransport aus Deutschland ein. Wir konnten weitere Hilfsgüter für 67 Familien kaufen und verladen, dann ging die Fahrt weiter nach Bishnica. Frieder Weinhold: „Nach 5 Stunden Fahrt sind wir in Bishnica angekommen. Verharrschter, an den Nordhängen immer noch sehr hoher Schnee auf der Zufahrtsstraße nach Bishnica ließ uns kaum vorankommen. Nur der Unimog kann diese Straße derzeit befahren – den Toyota haben wir angehängt. Teilwiese sind riesige Absätze im Schnee bzw. Eis. Die Menschen wären noch längere Zeit von der Außenwelt abgeschnitten, wenn nicht unser Fahrzeug Verbindungen schaffen würde.“

Die schlimmste Zeit überbrückt

Die Menschen in Bishnica waren sehr erfreut, dass wir in dieser schweren Zeit zu ihnen kamen. Zu den ungeheuren Schneemengen und der Kälte kam noch, dass es die ganze Woche keinen Strom gab. Auch das Wasser war oft abgestellt worden. Während der Verteilung der Hilfsgüter wurde ein Notfall gemeldet: Eine schwangere Frau litt an Blutungen und musste dringend ins Krankenhaus gebracht werden. Agron Elezi, der Fahrer des CHW, kämpfte sich mit dem Unimog durch den Schnee und konnte die Frau glücklich zum Krankenhaus bringen. Ohne das Geländefahrzeug des CHW hätte es für sie keine Rettung gegeben. Darum ist es uns wichtig, so viel wie möglich am Schicksal der Menschen teilzuhaben.

Hamit Elezi, ehemaliger Bürgermeister von Bishnica, sagte Englantin Lushka einen herzlichen Dank für unsere Aktion und bemerkte dabei, dass die Lebensmittel, die wir gebracht haben, den Familien gut zwei Wochen weiter helfen. Dann ist die schlimmste Zeit vorbei und die Wege werden wieder einfach passierbar sein. Die Menschen können dann wieder ihrer Arbeit nachgehen.

Weitere Informationen

Winterhilfe für Familien in Albanien – Bericht aus der OSTSEE-ZEITUNG

Presseinformation 13.05.2012  – Tagebuch einer Hilfsaktion: CHW-Winterhilfe in Albanien

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