Rundbrief Juni 2016

Datum:  |  Autor: Frieder Weinhold

Liebe Freunde,

diese Grüße schicke ich Ihnen wieder einmal direkt aus Pogradec. Bereits zum vierten Mal ­dieses Jahr sind wir in Albanien, und ich möchte Sie mit aktuellen Informationen auf den ­neuesten Stand bringen. Doch vorher möchte ich kurz erwähnen, was in den letzten Monaten alles geschah:

  • Anfang Februar wurden in der Nähe von Pogradec 37 Menschen bei der Explosion eines Gastanks schwer verletzt. Seitdem helfen wir den betroffenen Familien (s.u.).
  • Mitte Februar trafen sich Vertreter der Städte Pogradec (AL), Ohrid (MK) und Struga (MK) in Wismar zu einem internationalen Tourismusseminar. Dabei unterzeichneten sie eine Erklärung, in der sie den Ausbau der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit rund um den Ohridsee vereinbarten.
  • Das verbanden wir mit dem CHW-Jahresempfang im Wismarer Rathaus
  • Ende März brachten wir Hilfsgüter für die Exlosionsopfer, dazu Möbel fürs Internat
  • Beim Verwaltungseinsatz Ende April haben wir ausführlich und intensiv an organisatorischen, ­finanziellen und strukturellen Themen der Diakonia Albania gearbeitet
  • DHHN-Hilfstransport: Julian Kirschner brachte im Mai einen weiteren LKW voller Hilfsgüter.

40 Tonnen und ein Golf

Helfer bei der Vorbereitung des HilfstransportsIn den letzten Wochen haben viele Helfer angepackt und in der Wismarer Reithalle einen ­großen Transport zusammengestellt: Rollstühle, Medizin und Pflegemittel, Schulmöbel, dazu Material für das Internat. Wir danken den vielen Spendern, darunter einer Arztpraxis, einem Sanitätshaus und einem Seniorenheim (alle aus Wismar), den Firmen Novasol und Schlaraffia sowie privaten Spendern aus verschiedenen Ecken Deutschlands. Dazu kommt noch ein gespendeter Golf aus Thüringen, den KFZ-Techniker aus dem Erzgebirge aufbereitet haben – unser Mitarbeiter Saimir ist begeistet über das sparsame Fahrzeug. Und unser Unimog ist dank der Ersatzteile, die wir mitbrachten, endlich durch den albanischen TÜV gekommen.

Hilfe für Explosionsopfer

Anfang Februar explodierte in Dardhas ein Gastank in einer Dorfgaststätte. Dabei wurden 37 Personen schwer verletzt, ein Mann starb. Die meisten betroffenen Familien können sich weder die Behandlung auf der Intensivstation noch die notwendigen Medikamente leisten – dazu kommt noch der Verdienstausfall. Wir haben daher spontan Hilfe zugesagt. Ärzte und Apotheken aus Wismar spenden Verbandsmaterial, Salben und Medikamente, die wir bei unseren Fahrten mitnehmen.

Krankenpfleger Sidrit Manellari kümmert sich im Auftrag der Diakonia Albania um die Pflege der schweren BrandwundenWir brauchen noch ein paar Monate lang Ihre Unterstützung, um den Exlosions­opfern helfen zu können. Neben der Bezahlung des Krankenpflegers fallen ­Kosten für Medikamente und für Lebensmittelpakete an. Bitte überweisen Sie auf unser Spendenkonto mit dem Stichwort „Explosionsopfer“.

Das wird nicht nur von den Betroffenen selbst registriert. Bürgermeister Eduart Kapri bedankt sich im Namen der Stadt: „Als das Unglück passierte, waren wir gerade zu dem Seminar in Wismar. Dort haben wir gemeisam überlegt, was wir tun können. Die Hilfe aus Deutschland ist äußerst wichtig für die Verletzten, ihre Familien und uns alle. Ich danke dem CHW und seinen Unterstützern dafür!“

Sozial- und Gemeindeprojekte

Auch unsere anderen Projekte laufen beständig weiter:

  • Im Internat in Bishnica werden derzeit 23 Kinder betreut. Für die meisten hat gerade die Schulferien begonnen; die 4 Hoxha-Geschwister, die seit Ende April Waisen sind, werden von unseren Mitarbeitern auch während der Sommermonate betreut
  • Pflegeprojekt: Bashkim Lilo liefert beständig Höchstleistungen als Physiotherapeut sowie bei der ­ambulanten Betreuung von Diabetespatienten und alten Menschen
  • Gemeindearbeit: Samuel Shkullaku ist weiterhin jede Woche unterwegs und hält Gottesdienste, ­Kinderstunden und Musikkurse in mehreren Dörfern ab
  • Demnächst stehen Dachreparaturen am Internatsbau und am Gemeindehaus an, das wir für die Hausaufgabenbetreuung der Internatskinder und als Gottesdienstraum nutzen

Aus diesen langfristigen Projekten, von denen die Menschen in den Bergdörfern besonders nachhaltig profitieren, gibt es nicht immer Neuigkeiten zu verkünden. Hier läuft jedoch der größte Teil ­unserer Arbeit und wir sind dauerhaft auf Spenden angewiesen – das ganze Jahr über. Daher bitte ich Sie an dieser ­Stelle noch einmal ebenso um Einzelspenden wie um Ihre regelmäßige Unterstützung im Rahmen der 20 € (oder mehr)-Patenschaften.

Gruppenbild der DA-Mitarbeiter in Bishnica

Gruppenbild der DA-Mitarbeiter in Bishnica

Hausaufgaben­betreuung im Internat

Hausaufgaben­betreuung im Internat

Internatsneubau

Nachdem sich im Frühjahr Probleme mit dem Grundstück ergaben, das für den Internatsbau vorgesehen war, haben wir den Baustart auf nächstes Jahr verschoben. Nun werden wir die Zeit nutzen, um weiter an der Bauplanung und Finanzierung zu arbeiten. Unser letzter Transport hatte 80 nagelneue Matratzen und Bett­gestelle für das neue Internat an Bord, die wir vorerst in Pogradec zwischenlagern, dazu Geschirr, Besteck und einiges mehr. ­Insgesamt haben wir bereits Arbeitleistungen, Finanzen und Sachspenden in Höhe von insgesamt fast 50.000 € in die Vorbereitungen des Neubaus investiert.

Wolfgang Griese, Architekt und Vorsitzender des Behindertenbeirats des ­Landkreises Nordwestmecklenburg, ist zur Zeit mit uns in Bishnica und berät uns ehrenamtlich bei der Planung – und will das auch weiterhin tun.

Wasserleitung für Bishnica

Und dann haben wir noch ein spezielles Anliegen: Die Hauptwasserleitung, die Bishnica (also auch unser Internat) sowie drei weitere Dörfer mit Trinkwasser versorgt, muss dringend erneuert werden. Da der Stadt das Geld fehlt, hat Bürgermeister Eduart Kapri bei uns um Hilfe angefragt. Das Baumaterial für die neue Leitung kostet 20.000 €; die Bauarbeiten würden die Stadt Pogradec und die Leute aus Bishnica selbst übernehmen. Eine gute Arbeitsteilung, die wir unterstützen wollen.

Die defekte Hauptleitung führt durch den SchulhofNun suchen wir Unternehmer, Stadtwerke und andere Großspender, die sich mit Geld- oder Sachspenden an der neuen Rohrleitung beteiligen. Auch hier finden Sie weitere Infos online

Ihnen allen einen herzlichen Dank für Ihre Unterstützung, die viel Unmögliches möglich macht,

Ihr Frieder Weinhold, Vorsitzender

 

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