Rundbrief März 2015

Datum:  |  Autor: Frieder Weinhold

Liebe Freunde,

Die Hoxha-Geschwister in Bishnicaseit dem letzten Rundbrief hat sich schon wieder sehr viel getan:

  • Während der Weihnachtsaktion hat unser Verteilteam über 2.500 Weihnachtspäckchen an albanische Kinder verteilt
  • Die vier Hoxha-Geschwister, die seit Ende letzten Jahres im ­Internat betreut werden, haben sich gut eingelebt und werden nun an den Schulbesuch herangeführt
  • Bei der Mitgliederversammlung wurde Frank Brosig aus ­Wismar neu in den Vorstand gewählt; NOVASOL überreichte uns einen Scheck über 14.000 Euro für die Arbeit im Internat

Möbeltransport für das Internat

Die Anreise für unseren Einsatz im Februar war abenteuerlich. Wir starteten um 4 Uhr morgens mit dem Ducato des CHW, meinem VW T5 Multivan (beide mit Anhängern voller Möbel) und dem alten CHW-Passat, der in Pogradec noch einige Zeit seinen Dienst verrichten soll. Unterwegs stiegen weitere Mitfahrer zu. Bei Regensburg war erstmal Stopp – Motorschaden am T5. Improvisieren war angesagt: Telefonate, ­Warten auf Antworten, ADAC, Autovermietungen… Dank unserer Zwickauer Freunde konnten wir gegen 23 Uhr weiterfahren und übernachteten bei unserem Tischler Uwe Böhm-Rochlitzer, der spontan Platz für das Team schaffte. Auf der weiteren Fahrt gab es Unmengen an Schnee in Kroatien und vor allem in Bishnica, wo es so heftig schneite, dass bald alles dicht war. Und dann stellten wir am albanischen Zoll fest, dass die Zollverwaltung Tirana uns nur Papiere für einen der beiden Anhänger mitgegeben hatte…

In Albanien stieß Stefanie Wiener zu uns, die Chefassistentin von NOVASOL; sie wollte die Arbeit des Internats vor Ort miterleben und Bilder für ihre MitarbeiterInnen mitnehmen. Und das tat sie auch: im Internat, in der Dorfschule, beim Unterricht unserer Nachhilfe- und Deutschlehrer… Dabei konnte sie sich überzeugen, wie die NOVASOL-Spende den Kindern zugute kommt, denn nun war es ­endlich möglich, einige kaputte Türen und Fenster auszutauschen und Fußböden in Ordnung zu bringen. In einem sepa­raten Gebäude richteten wir ein kleines Zimmer mit Sitzsäcken und Bücherregalen ein, damit sich die Kinder auch einmal alleine zurückziehen können. Für die Schlafzimmer hatten wir Schränke, Betten, Matratzen usw. dabei, die wir in einem Hotel auf Rügen ausbauen konnten. So haben sich die Wohnverhältnisse im Internat durch diesen Einsatz erheblich verbessert!

Bereits beim Gruppenbild für die Ostsee-Zeitung, aufgenommen am Tag vor der Abfahrt, schneite es – aber kein Vergleich zu dem, was uns auf der Fahrt erwarten sollte.

Bereits beim Gruppenbild für die Ostsee-Zeitung, aufgenommen am Tag vor der Abfahrt, schneite es – aber kein Vergleich zu dem, was uns auf der Fahrt erwarten sollte.

Neben Schränken, Betten etc. für das Internat brachten wir auch den Billardtisch und den Tischkicker aus dem Vereinshaus mit, die in Wismar nicht mehr gebraucht werden. Sie waren natürlich sofort umlagert.

Neben Schränken, Betten etc. für das Internat brachten wir auch den Billardtisch und den Tischkicker aus dem Vereinshaus mit, die in Wismar nicht mehr gebraucht werden. Sie waren natürlich sofort umlagert.

Hilfe für Flutopfer

Viel Schnee in Bishnica bedeutet für die tiefer gelegenen Regionen: Regen, Regen und nochmals ­Regen. Anfang Februar sind im ganzen Land Flüsse über die Ufer getreten, viele Fernverbindungen und Strom­leitungen wurden unterbrochen, ganze Dörfer abgeschnitten. Die Regierung setzte Rettungskräfte und das Militär ein, um die Flutopfer zu evakuieren. Inzwischen ist die Situation im Wesentlichen unter Kontrolle, doch hunderte von Familien haben bei der Flut alles verloren; nach der ersten Nothilfe brauchen sie nun Kleidung (speziell warme Sachen für Kinder und alte Leute), Decken und Lebensmittel.

In Zusammenarbeit mit der DHHN wollen wir mithelfen, diese Not zu lindern. Julian Kirchner, der Leiter und ­Akteur der DHHN, bringt Mitte März einen Hilfsgütertransport nach Albanien; dort werden unsere Mitarbeiter der Diakonia Albania die Hilfsgüter gemeinsam mit der albanischen Evangelischen ­Allianz geschädigten Familien zur Verfügung stellen. Dabei kommen auch unsere Fahrzeuge zum Einsatz. ­Allerdings muss noch (so will es der albanische TÜV) ein Fahrtenschreiber am Unimog montiert werden, was weitere Kosten verursacht. Für die gesamte Durchführung der Hilfsaktion auf albanischer Seite bitten wir wieder um Sonderspenden. Kennwort: Hochwasser.

Nach den heftigen Regenfälle in weiten Teilen Albaniens führten viele Flüsse Hochwasser, ganze Häuser wurden weggespült

Nach den heftigen Regenfälle in weiten Teilen Albaniens führten viele Flüsse Hochwasser, ganze Häuser wurden weggespült

Rettungseinsatz des Militärs

Rettungseinsatz des Militärs

Geplante Aktivitäten

Ich selbst werde ebenfalls im März mit einem Handwerkerteam nach Albanien reisen; es geht um die Sicherung der Stromversorgung, der Notbeleuchtung und innerbetrieblichen Kommunikation (gerade für Notfälle) sowie andere handwerkliche Tätigkeiten. Dafür haben sich motivierte Helfer gemeldet, so dass ich mich um Verwaltungs- und Personalangelegenheiten kümmern kann. Auch das ist notwendig.

Im April findet unsere erste Konferenz für Mitarbeiter und Freunde der Diakonia ­Albania statt und – gleich anschließend – eine Kommunalberatung in Pogradec. Von 24. bis 26. April laden wir Sie alle ein, am Vereinsseminar mit Mitgliederversammlung in Bad Blankenburg teilzunehmen. Was sonst noch an Einsätzen geplant ist, sehen Sie in unserem Online-Kalender.

Zuletzt noch eine Bitte an Sie: Beteiligen Sie sich an unserer Aktion „20 €-Patenschaften“. Sonderspenden sind wichtig, aber unsere Sozialprojekte laufen das ganze Jahr über. Gerade im Internat mit derzeit 25 Kindern sind die Verpflichtungen größer geworden, und daher sind wir auf Spender angewiesen, die diese Arbeit per Dauerauftrag oder Dauerlastschrift kontinuierlich mittragen.

Ihr Frieder Weinhold, Vorsitzender 

 

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