Rundbrief November 2020

Datum:  |  Autor: Frieder Weinhold

Liebe Freunde,

Arbeiten im Corona-Jahr

2020 war ein Jahr, wie wir es alle noch nicht erlebt haben, auch wir als Verein nicht. In Krisensituationen zu helfen sind wir ja gewohnt – die letzte derartige Aktion war die Erdbebenhilfe vor knapp einem Jahr. ­Hilfe, die übrigens anhält: Unsere Notunterkünfte werden ­teilweise immer noch bewohnt, und im letzten Monat konnten wir den ­Familien dort weitere Familienpakete zukommen lassen.

Die Coronakrise jedoch betrifft nicht nur unser Einsatzgebiet Albanien, sondern auch die Organisation der Aktionen von Wismar aus und das persönliche Leben jedes Einzelnen. Wenn schon Deutschland unter ­Corona leidet, dann trifft es die Menschen im Westbalkan noch viel härter – wirtschaftlich und erst recht mit Blick auf das ­Gesundheitssystem. Darum helfen wir mit allen Möglichkeiten, die wir haben.

Die Miete für den September-Transport wurde vom Mercedes-Autohaus Brinkmann in Güstrow gesponsert – eine große Hilfe!

Die Miete für den September-Transport wurde vom Mercedes-Autohaus Brinkmann in Güstrow gesponsert – eine große Hilfe!

Im Oktober hat Josef Lutter das Dorf Bubq besucht und sich von der Nutzung der im Januar aufgebauten Erdbeben-Notunterkünfte überzeugt

Im Oktober hat Josef Lutter das Dorf Bubq besucht und sich von der Nutzung der im Januar aufgebauten Erdbeben-Notunterkünfte überzeugt

Die Corona-Maßnahmen haben das Reisen erheblich erschwert, und nicht alles lässt sich per Video­konferenz erledigen. Hilfstransporte sind jedoch weiterhin möglich. Also bin ich im September mit einem LKW nach Albanien gefahren, beladen mit Familienpaketen und Material für Kirchengemeinden in Tirana und Lezhë. Und danach konnte ich einige dringende Fragen mit unseren Mitarbeitern vor Ort klären.

Schulbeginn im Internat

Nach langer Corona-Pause konnte das Internat in Bishnica nach den Sommerferien endlich wieder ­öffnen. Bereits am 1. September, zwei Wochen vor Schulbeginn, wurden die ersten 4 Kinder aufgenommen, die Schwierigkeiten mit dem Online-Lernen und daher einigen Nach­holbedarf hatten. Zum Schulstart erhielten alle 17 Kinder ­handgenähte Atemschutzmasken, Handdesinfektionsmittel und eine Einweisung in die Corona-Schutzmaßnahmen.

Inzwischen hat sich der Internatsbetrieb unter den neuen Umständen eingespielt. Wie Sie sich vorstellen können, sind die Kinder sehr glücklich, dass sie endlich wieder zur Schule gehen können!

Endlich: Schulanfang im Internat Bishnica

Endlich: Schulanfang im Internat Bishnica

Die Sozialarbeiter der Diakonia Albania zu Besuch bei einer Roma-Familie

Die Sozialarbeiter der Diakonia Albania zu Besuch bei einer Roma-Familie

Corona-Hilfsaktion läuft weiter

Unter dem Dach der „Corona-Hilfe“ unterstützen wir seit März arme Menschen mit Hilfspaketen, aber auch mit Unterstützung im medizinischen und sozialen Bereich. Unter den Bedingungen der Pandemie sind viele schwache Menschen zusätzlich gefährdet, z.B. durch den Wegfall von Jobs, soziale Ausgrenzung oder verstärkte häusliche Gewalt. Dank eines Hilfsprogramms des UNDP (United Nations Development Programme) können wir das Projekt nun für neun Monaten ausbauen. Das Team der Diakonia Albania geht jede Woche in die Dörfer und gibt Informationen in Bezug auf Covid-19 sowie zur persönlichen Hygiene und Pflege weiter; es bietet kostenlose Dienstleistungen und Gesundheitsversorge für Menschen mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten, auch gezielt unter der Roma-Bevölkerung.

Weihnachtspäckchenaktion

Auch die Organisation der Weihnachtspäckchen-Packaktion war dieses Jahr eine besondere Herausforderung, die Christine und Jürgen Reindorf hervorragend gemeistert haben: mit einem angemessenen Hygienekonzept, mehr Abstand und längerer Packzeit mit weniger Helfern. Insgesamt sind jetzt 3.800 Weihnachtspäckchen auf dem Weg nach Albanien – eine Rekordzahl. Bei der Verteilung im Dezember werden nur wenige Deutsche dabei sein, dafür verstärkt Helfer aus Albanien. Darüber berichten wir dann im nächsten Rundbrief und vorab auf unserer Website.

Auch 2020 haben sich wieder Sammelstellen in ganz Deutschland beteiligt

Auch 2020 haben sich wieder Sammelstellen in ganz Deutschland beteiligt

Packaktion in der Wismarer Reithalle

Packaktion in der Wismarer Reithalle

Höhere Lohnkosten 2021

Zum Schluss habe ich noch ein wichtiges Anliegen: Ab ­Januar gilt in Albanien ein deutlich höherer Mindestlohn. Das bedeutet, dass wir die ­Gehaltstruktur für alle albanischen Mitarbeiter anpassen müssen. Konkret brauchen wir jetzt jeden Monat 1.500 Euro mehr an regel­mäßigen Spenden. Gerade für die sozialen Projekte brauchen wir in Albanien ausgebildete und zuverlässige Mitarbeiter. Da unsere Arbeit von Spenden getragen wird, bekommen die meisten von ihnen eine recht bescheidene Entlohnung, und das ist nicht ideal.

Grußkarte zur CHW Weihnachtsaktion 2020Darf ich Sie bitten zu überlegen, ob Sie Ihre regelmäßige Spende ­aufstocken können – natürlich nur, wenn das für Sie möglich ist? Oder würden Sie versuchen, weitere regelmäßige Unterstützer zu finden? Geben Sie den beiliegenden Sozialprojekte-Flyer gerne an interessierte Freunde weiter. Sie helfen uns dadurch bei einer der größten Herausforderungen im Jahr 2021!

Mit der abgebildeten Grußkarte für die Kinder in Albanien wünsche ich auch Ihnen und Ihrer Familie eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit sowie ein gesegnetes Jahr 2021,

Ihr Frieder Weinhold, Vorsitzender

 

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