Rundbrief Oktober 2016

Datum:  |  Autor: Frieder Weinhold

Liebe Freunde,

Schulbeginn in Albanien

es ist gute albanische Tradition, dass Kinder zum Beginn des Schuljahres neue Schuhe bekommen. Gerade in den Bergdörfern mit ihren schlechten Wegen ist das sehr wichtig; allerdings fehlt es auch gerade dort vielen Familien am nötigen Geld. Auf Wunsch unserer Internatsmitarbeiterinnen habe ich daher in Deutschland sehr günstig Kinderschuhe in den passen­den Größen besorgt und sie, zusammen mit einigen Kartons Kinderkleidung, bei meiner letzten Fahrt mitgenommen. So gehen die Kinder von Bishnica gut ausgestattet ins neue Schuljahr.

Weiterhin hatte ich einige Kartons mit haltbaren Lebens­mitteln dabei (gespendet von Wismarer Einzelhändlern), die bei der Versorgung unserer Internatskinder helfen werden; dazu zwei neue Autobatterien (in Albanien bekommt man nur sehr minderwertige Qualität), eine Kiste mit Werkzeug und manches mehr.

Bei solchen Fahrten bin ich jedesmal sehr dankbar für Ihre treue Unterstützung. Auch wenn wir mit großem Engagement arbeiten und sich alle ­Helfer an den Einsatzkosten beteiligen: Ohne Ihre finanzielle Unter­stützung und Ihre Sachspenden könnten wir weder die Einsätze noch die Arbeit insgesamt durchführen!

Bishnica, September 2016: Internatskinder und Mitar­beiter beim Gruppenbild zum Schuljahresbeginn

Bishnica, September 2016: Internatskinder und Mitar­beiter beim Gruppenbild zum Schuljahresbeginn

­Musikunterricht mit Jonathan Hutson aus den USA

­Musikunterricht mit Jonathan Hutson aus den USA

Die Infrastruktur unserer Arbeit

Der Schwerpunkt der letzten Reise war jedoch ein anderer. Wie Sie sicher wissen, gibt es die Wismarer ­Albanienhilfe schon fast 25 Jahre. Nach vielen kleinen und großen ­Aktionen, z. B. die Versorgung von Kosovo­flücht­lin­gen in Albanien 1999, hat sich die Arbeit weiterentwickelt: Unsere Schwerpunkte heute sind humanitäre Hilfe, das Internat in Bishnica, der Pflegedienst und die Gemeindearbeit in der ­Mokraregion sowie die ­Unterstützung kommunaler Institutionen. Dafür sind andere finanzielle und strukturelle ­Ressourcen nötig als in der Anfangsphase. Daher arbeiten wir derzeit mit unserer Tochtergesellschaft Diakonia Albania und unserem Partner Agrinas aus den Niederlanden an einem Finanz- und Planungs­system; es soll uns helfen, die regelmäßigen Projektkosten besser voraus zu planen, die finanzielle Deck­ung dafür zu gewährleisten und dabei die Diakonia Albania selbständiger werden zu lassen.

Fakt ist, das wir derzeit aus regelmäßigen Spenden 4.500 € monatlich für die Arbeit der DA zur ­Verfügung stellen können. Nötig wäre aber einiges mehr.

Das möchte ich einmal nicht anhand des Internats, sondern am Beispiel der Hilfstransporte ­verdeutlichen. Etwa 3 bis 5 Mal pro Jahr werden in unserem Lager in Pogradec LKW-Transporte mit Hilfsgütern, Schulmöbeln etc. entladen, zwischengelagert und auf unsere Verteilfahrzeuge umgeladen. Gerade erst konnten wir einer Schule in Pogradec, die in den Sommerferien renoviert wurde, rechtzeitig zum Schuljahrsbeginn einen Klassensatz Schulmöbel überreichen. In den letzten Monaten haben wir Familien in Dardhas, die von der Explosion betroffen waren, und Hochwasseropfer in verschiedenen Städten mit Hilfsgütern unterstützt. Zwei LKW-Lieferungen im Jahr stellt uns die DHHN (Deutsche Humanitäre Hilfe Nagold) zur Verfügung. Alle Transporte für das Internat und die Bergdörfer laufen über das Lager; dazu gehört nicht zuletzt unsere jährliche große Weihnachtsaktion. Wir brauchen diese Infrastruktur und die Fahrzeuge unbedingt, um Menschen in Not helfen und unsere Sozialprojekte durchführen zu können.

In Diakonia-Lager verladen Helfer gespendete Schulmöbel auf ein Fahrzeug der Stadt Pogradec

In Diakonia-Lager verladen Helfer gespendete Schulmöbel auf ein Fahrzeug der Stadt Pogradec

Unser Unimog – unverzichtbar für die Fahrten in die Bergdörfer – brauchte ebenfalls eine neue Kupplung; dazu musste das Fahrerhaus komplett abgebaut werden

Unser Unimog – unverzichtbar für die Fahrten in die Bergdörfer – brauchte ebenfalls eine neue Kupplung; dazu musste das Fahrerhaus komplett abgebaut werden

Die letzte Berechnung ergab monatliche Kosten von 473 € für Lagermiete, Fahrtkosten für ­Verteilfahrten, damit verbundene Verwaltungsgebühren etc. Das liegt nicht unwesentlich an der Belastung durch die ­albanischen Straßenverhältnisse; demnächst braucht z. B. unser Passat dringend eine neue Kupplung und neue Reifen. Auch wenn die Arbeitskosten vor Ort niedrig sind, so gibt es doch ständig etwas zu reparieren. Und Ersatzteile sind in Albanien kaum günstiger zu bekommen; Sprit ist sogar teurer.

Dauerspenden helfen auf Dauer

Für Einsätze und Spendenaufrufe bei Notfällen kommen viele Spenden zusammen, und das ist sehr ­wichtig. Die andere Seite ist: Wir sind auf regelmäßige Spenden angewiesen. Für unsere Infrastruktur, ohne die unsere Arbeit nicht möglich wäre. Für das Lager und Fahrtkosten. Ebenso natürlich für die Sozial­projekte, die Versorgung der Kinder im Internat und die Mitarbeiter im Pflegedienst.

Deshalb möchte ich Ihnen dieses Thema heute wieder ans Herz legen: Überlegen Sie bitte, ob Sie Ihre gelegentliche Spende in eine regelmäßige Projektpatenschaft ändern wollen. Vielleicht ­möchten Sie Ihre regelmäßige Spende erhöhen. Oder gewinnen Sie Freunde und Bekannte als Unterstützer.

Weihnachtspäckchenaktion

Weihnachtsaktion für Kinder in AlbanienZum Schluss noch eine kleine Erinnerung an unsere Weihnachtsaktion. Hier in Wismar laufen die Vorbereitungen zur Packaktion; das Verteilteam trifft sich demnächst im Erzgebirge zur Vorbereitung des Einsatzes. Und Sie haben noch bis 11. November Zeit, Ihr Weihnachtsgeschenk für albanische Kinder zu packen und zur Sammelstelle zu bringen.
Informationen und weitere Flyer etc. bekommen Sie online oder telefonisch im Vereinshaus.

Herzlichen Dank für Ihre Beteiligung,

Ihr Frieder Weinhold, Vorsitzender

 

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