Saalfelder Projekt hilft Albanien

Datum:  |  Autor: Ostthüringer Zeitung / CHW

Was Forstfachmann Matthias Schwimmer im Saalfelder Stadtwald glückte, will der CHW auf dem Balkan wiederholen

Die 111. Evangelische Allianzkonferenz, die kürzlich in Bad Blankenburg zu Ende gegangen ist, wirkt weiter. Zumindest für Andrea Seemann und Andreas Kühn aus Cordobang. Seit sie während eines Urlaubs in Albanien mit den dortigen Problemen konfrontiert wurden, engagieren sich die beiden für das kleine Balkanland. In dem Christlichen Hilfsverein Wismar e.V. (CHW) fanden sie einen Projektträger, „der alle Spenden in den albanischen Bergen verwendet“, wie Kühn berichtet.

Nun brachten Kühn und Seemann anlässlich der Allianz-Konferenz den CHW-Vorsitzenden Pastor Frieder Weinhold und den Forstfachmann Matthias Schwimmer zusammen. Schwimmer, derzeit Referent für Forstpolitik im Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt, kannte das CHW-Projekt „Bäume für die Zukunft“ aus einem Bericht. Es gehört zur Albanienhilfe des Vereins, der außerdem Versorgungspakete für Kinder verteilt und ein Internat für Schulkinder, ein Pflegehaus für alte Männer und einen Ambulanzwagen in den unwegsamen Bergen oberhalb von Tirana betreibt.

„Dorthin kommt keine der großen Hilfsorganisationen“, berichtet Kühn, der als CHW-Pressesprecher mehrere Male selbst vor Ort Hilfe leistete. Daher kennt er auch die katastrophalen Folgen der „systematischen Jahrzehnte langen Zerstörung der Natur“. Beispielsweise im ehemals kommunistischen Musterdorf Bishnica, in dem sich das Gemeindezentrum des Vereins befindet. Große abgeholzte Flächen, fortschreitende Erosion der Böden und extensiver Raubbau an jungen Bäumen durch die Viehwirtschaft gehören dort zum Alltag.

Nun trafen sich Frieder Weinhold und Matthias Schwimmer am Wochenende im Saalfelder Stadtwald, wo der Forstfachmann seit einem halben Jahrzehnt ein Projekt initiiert, das er auch in Albanien für möglich hält. Ein Stück des Stadtwalds wurde großzügig ausgeforstet, nur einige große Bäume blieben stehen. Die Fläche wurde zum Schutz vor Wildverbiss mit Gattern eingefriedet. „Und dann haben wir nur gewartet, was passiert“, so Schwimmer. Die Natur half sich selbst.

Dieses so einfache wie kostengünstige Projekt unterstützt den Wuchs der verbliebenen Bäumen, schafft später das dringend benötigte Brennholz und regeneriert den Waldboden. Eine derart nachhaltige Bewirtschaftung wäre eine große Chance in den Bergen um Bishnica, hofft Weinhold. Er hat einen weiteren Verbündeten gewonnen: Im Herbst reist Matthais Schwimmer nach Albanien, um genauer planen zu können.

Sabine Bujack-Biedermann
Ostthüringer Zeitung OTZ, 11. August 2006

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