Schals für albanische Kinder: Auch eine blinde Frau will helfen

Datum:  |  Autor: Lothar Morell / CHW

Es ist bereits 16 Uhr. Das Telefon klingelt schon wieder. Ich glaube, es ist heute bereits das zehnte Mal. Eine Dame aus Baden-Württemberg meldet sich. Wie kann es anders sein, es geht um Schals für albanische Kinder.

Seit dem Artikel in der Zeitschrift der Evangelisch-methodistischen Kirche „unterwegs“ Ende August erhalte ich aus der gesamten Bundesrepublik Anfragen wegen der „Schalaktion“. Aus dem Hunsrück, Erzgebirge, Hamburg, Baden-Württemberg, Ostfriesland, Thüringen, nur ein Teil sei hier aufgezählt, melden sich die Unterstützer und wollen sich durch Stricken daran beteiligen. Auch die Frauenhilfe der Heilig-Geist-Gemeinde in Wismar unter Leitung von Frau Michel hilft beim Stricken.

Aus ganz Deutschland werden Schals nach Wismar geschickt

Der eingangs genannte Anruf löste bei mir jedoch besondere Freude aus. Die Frau sagt, sie rufe im Auftrag ihrer schon recht betagten Mutter an. Diese habe schon immer sehr gerne gestrickt, ist aber jetzt erblindet. Schals könne sie noch stricken. Ob sie sich beteiligen dürfe? Es gibt keinen Grund, ihr das zu verwehren, im Gegenteil – ihre Unterstützung ist uns sehr willkommen. „Da freut sich meine Mutter, dass sie trotz ihrer Behinderung tatkräftig helfen kann“, meint die Frau dankend. „Sie hat auch schon drei Schals gestrickt“, verrät die Tochter dann.

Jeder Schal ist eine Hilfe für die albanischen Kinder in den Bergdörfern, wo es im Winter bitterkalt wird. Eintausendvierhundert Stück werden benötigt, wenn alle Schulkinder in der Kommune Velcan einen Schal erhalten sollen. Und nun „Gut Strick!“

Lothar Morell

 

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