Selbst anpacken: Rafiki in Tansania

Datum:  |  Autor: CHW

Das Tagesseminar „Selbst anpacken: Möglichkeiten privater Initia­tiven“ am 28.08.2021. war eine gemeinsame Veranstaltung des CHW und des deutsch-tansanischen Freundschaftsvereins Rafiki. Ziel war, voneinander zu lernen. Dazu stellten Frieder Weinhold, CHW und Marcus Wack, Rafiki ihre jeweiligen Projekte vor, die Arbeitsstrukturen und Wege zur Finanzierung. Frieder Weinhold skizzierte in seinem Vortrag die Entwicklung des CHW vom privaten Engage­ment zur partnerschaftlichen Arbeit, durch „Learning by doing“ zur Professionalisierung. Seinen Bericht finden Sie unter Gemeinsam Wachsen – 30 Jahre für ein besseres Leben. Nachfolgend stellen wir das Rafiki-Projekt vor:

Das Schulprojekt

Grundidee war, mit Fördergeldern den Aufbau einer Schule in der tansanischen Region Mrimbo zu ermöglichen. Nach dem Bau 2005 war schnell klar: Mit den ersten 50.000 € ist die Schule nicht fertig. Es gab noch viele weitere Ideen, z.B. ein Wohnheim, eine Solaranlage (damit es abends noch Licht zum Unterrichten gibt), ein Anbau mit Schulküche (Energiesparöfen) und Labor­räumen als Grundlage für die Weiterentwicklung zur KIUMAKO Secondary School. Letztes Projekt war die Ergänzung durch ein Internat (Boarding School). Heute hat die Schule 80 Schüler, später sollen es bis zu 300 werden.

Kiumako Schulprojekt, Tansania

Finanzierung

Wir hatten vor, die Schule ins Laufen zu bringen, danach sollte sie sich durch Schulgelder selbst tragen. Vor einigen Jahren wurden jedoch Schulgelder für öffentliche Schulen verboten, und so bleibt die Finanzierung eine Herausforderung. ­Schulstipendien wollten wir anfangs nicht, doch dann hat dieser Weg besser funktioniert als erwartet. Einen großen Teil der Baukosten konnten wir durch Fördergelder abdecken, z.B. über die Bingo Umweltlotterie, den Kirchlichen Entwicklungsdienst KED sowie durch Sponsoren wie die Universität Kiel, Sportartikel-Hersteller und Kirchengemeinden.

Helfer

Die Arbeitseinsätze wurden in Kooperation mit Partnervereinen und -organisa­tionen und mit weiteren Helfern durchgeführt. Der Schul-Sportplatz z.B. wurde von Sportstudenten angelegt. 2012 haben wir begonnen, Teilnehmer des Bundesfreiwilligendienstes („Weltwärts“-Programm) nach Tansania zu schicken. Interessant ist, dass sie Geld mitbringen (Bufti-Mittel des BMZ, Eigenbeiträge, Spenden aus dem privaten Umfeld), das teilweise dem Projekt zu Gute kommt (z.B. Kochtöpfe für die neue Schulküche). Umgekehrt lernen die Jugendlichen in ihrem Einsatzjahr enorm viel. Wichtig ist eine gute Vorbereitung der Einsätze (z.B. interkulturelle Befähigung, spezielle Gegebenheiten vor Ort).

Partner-Netzwerk

RBZ Wirtschaft.Kiel (Infoveranstaltungen, int. ­Begegnungen), Zukunft durch Sonne e.V. aus Itzehoe (Solaranlage), BiBeKu und JAW Steinburg (Schulungen), DRK Westfalen-Lippe, IB Kassel (Freiwilligendienst WELT­WÄRTS). ­Ehemalige Freiwillige haben in Deutschland ein Modelabel mit afrikanischen Motiven zur Unterstützung der Schule gegründet.

Voneinander lernen

Beim Gegenüberstellen der beiden Hilfsorganisationen zeigten sich Parallelen und Unterschiede. Rafiki konzentriert sich auf ein ­einzelnes Schulprojekt, die Arbeit des CHW ist breiter aufgestellt und besteht länger. Beide Organisationen benötigen für ihr Engagement im jeweiligen Partnerland freiwillige Helfer sowie Finanzierungspartner. Uns als CHW hat dieser Tag motiviert, verstärkt junge Menschen für unsere Arbeit zu begeistern.

 

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