Städte am Ohridsee rücken näher zusammen

Datum:  |  Autor: Michael Wetzel

Vertreter der Städte Pogradec (Albanien) sowie Ohrid und Struga (Mazedonien) trafen sich in Wismar zu einem Städteseminar, bei dem sie die touristische Infrastruktur rund um Wismar kennen lernten und gemeinsam Ansätze für die grenzüberschreitende Weiterentwicklung ihrer eigenen Region erarbeiteten. Die abschließende „Wismarer Erklärung“ setzt einen Meilenstein für die zukünftige Kooperation von Albanien und Mazedonien.

Im Museum der historischen Bäderbahn "Molly"Der Ohridsee gilt als ein besonderes Kleinod unter den europäischen Kulturlandschaften. Nicht umsonst kann die anteilig zu Albanien und Mazedonien gehörige Region neben ihrem Status als UNESCO-Weltnaturerbe auch Stätten des Weltkulturerbes vorweisen – hervorragende Voraussetzungen also, um das immer populärer werdende Konzept des sanften und damit besonders nachhaltigen Tourismus umzusetzen. So jedenfalls versteht der CHW sein kulturförderndes Engagement, das den Menschen in strukturschwachen Regionen neue Einkommensquellen bei gleichzeitigem Schutz der natürlichen Ressourcen erschließen will.

Der Ohridsee – ein Schatz für die Region und darüber hinaus

Dass damit zugleich der europäische Gedanke vertieft werden kann, wurde jüngsthin in Wismar deutlich. Auf Einladung des CHW hatten sich hier vom 1. bis 5. Februar 2016 Delegationen der Anrainerstädte des Ohridsees zusammengefunden, um zu erörtern, wie man das ungeheure touristische Potential gemeinsam noch besser nutzen könne. An dem regen Gedankenaustausch beteiligten sich die albanische Stadt Pogradec sowie die beiden mazedonischen Kommunen Struga und Ohrid. Sie vertreten in ihrer je eigenen Prägung die ganze Vielfalt der Region: Pogradec mit seinen einladenden Uferpromenaden zieht seit langer Zeit Künstler und Kulturliebhaber an, Ohrids Altstadt gleicht einem Freiluftmuseum hellenistischer, byzantinischer und anderer Kunst- und Architekturepochen und auch das osmanisch anmutende Struga als „Stadt der Brücken“ versprüht einen besonderen Charme.

Neben dem Kennenlernen der touristischen Infrastruktur in Wismar und Umgebung – exzellent präsentiert u.a. von dem erfahrenen Tourismusanbieter NOVASOL – zielte der Dialog insbesondere auf die Entwicklung länderübergreifender Perspektiven für den Tourismus ab. Der CHW als Moderator der Gespräche nutzte dabei die langjährigen Kontakte zu allen drei Kommunen, um sich als „Brückenbauer über den See“ zu betätigen.

»Wismarer Erklärung«

Als wichtigstes Ergebnis des Arbeitstreffens unterzeichneten alle drei Delegationen und der Vereinsvorsitzende des CHW, Frieder Weinhold, im würdigen Rahmen eines Abschlussempfangs am 5. Februar im Wismarer Rathaus eine gemeinsame Erklärung, die die enge Zusammenarbeit auf allen Ebenen von Kultur und Tourismus vereinbart. Diese soll bis März 2016 von den Stadtparlamenten Pogradec, Struga und Ohrid ratifiziert und mit den Signaturen der Bürgermeister versehen werden. Schon jetzt sind sich alle Beteiligten der guten Früchte gewiss, die diese internationale Kooperation hervorbringen wird.

 

Fotos: Frieder Weinhold, Tom Brüggert

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