Stand der Bauplanungen in Bishnica

Datum:  |  Autor: Frieder Weinhold

Die ersten Ideen

Seit 1999 betreiben wir in Bishnica ein Internat. Damals wurden kleine Dorfschulen geschlossen und die Kinder hatten bis zu der nächsten Schule in Bishnica sehr weite Wege zurückzulegen. Lehrer, Eltern und unsere Mitarbeiter vor Ort baten uns zu helfen. Und so mieteten wir Wohnungen in einem sozialistischen Wohnblock an, wo zweitweise bis zu 25 Kinder auf engstem Raum untergebracht waren.

Dieses Projekt hat schon vielen jungen Menschen geholfen, auf eigenen Füßen zu stehen – und es wird weiterhin benötigt. Erst kürzlich hat sich der Bürgermeister von Pogradec noch einmal deutlich bei mir bedankt für die Sozialarbeit, die wir in den von der Stadt weit entfernten Bergdörfern leisten, für die ja eigentlich die Stadtverwaltung Pogradec zuständig ist. Er würdigte unser Konzept, eng mit der Verwaltung zusammenzuarbeiten und das zu ergänzen, was anders nicht zu schaffen ist. Außerdem sicherte mir zu, dass die Bergregion weiter entwickelt werden soll, und dass die Straße, die bisher nur mit Geländefahrzeugen befahrbar war, saniert wird.

Da die Räumlichkeiten des Internats nach einigen Jahren nicht mehr den albanischen Vorschriften entsprachen, entwickelten wir Ideen für einen Neubau. Lange haben wir mit bürokratischen Hürden gekämpft. Verschiedene Grundstücke kamen in Frage, doch immer gab es das eine oder andere Problem. Inzwischen ist endlich Bewegung in die Grundstücksfrage gekommen, sodass der geplante Kauf hoffentlich bald erfolgen wird.

Konzept für ein neues Kinder- und Sozialzentrum

Erste Spenden versetzten uns die Lage, eine solide Planung für das neue Zentrum zu erstellen und die ersten Hürden zu nehmen. Im Sommersemester 2019 gab eine Abschlussarbeit im Fach Architektur an der Wismarer Hochschule einen neuen Impuls; dieses Konzept konnten wir anlässlich der Diakoniakonferenz 2019 unseren albanischen Mitarbeitern sowie den Gästen von der Stadtverwaltung Pogradec vorstellen.

Unterstützung erhalten wir auch von RENOVABIS, dem Osteuropa-Hilfswerk der katholischen Kirche. Gemeinsam wollen wir den Antrag auf Fördergelder für das Bauprojekt bei der KZE (Katholische Zentralstelle für Entwicklungshilfe) stellen, die von katholischer Seite die Mittel der Bundesregierung für das BMZ (Bundesministerium für Zusammenarbeit) koordiniert und verwaltet. Wir sehen gute Chancen, dass die Baukosten zu einem großen Teil gefördert werden. Dafür müssen wir jedoch für mindestens 10 Jahre den Betrieb im Sinne des Antrages gewährleisten – es sind große Schuhe, in die wir hier schlüpfen.

Das erste Corona-Jahr haben wir genutzt, um die Konzeption für das neue Zentrum auszuarbeiten und zu konkretisieren. Im engen Austausch mit unserer Tochter Diakonia Albania wurden albanische Gesetze übersetzt und ausgewertet. Zwei kompetente Berater mit Berufserfahrung auf den Gebieten Heimleitung sowie Sonderpädagogik haben uns fachlich unterstützt. Derzeit fertigt ein Student der TU Dresden seine Masterthesis im Fach Bauingenieurwesen ebenfalls zu unserem Projekt an. Ich selbst konnte trotz der Pandemie immer wieder nach Albanien fahren und dort Kontakte zu Politik und Verwaltung knüpfen, aber auch zu albanischen Unterstützern. Sogar die die deutsche Botschaft setzt sich für das Projekt ein. Und nicht zuletzt haben Baufachleute aus Deutschland und Albanien ihre Unterstützung für den Bau zugesagt. 

Planungen für ein neues Zentrum in Bishnica (Stand: 31.03.2021)

Mittlerweile steht ein detailliertes Konzept, das wir auf der Projektseite vorstellen:

Was wird jetzt benötigt?

Um das geplante Konzept realisieren zu können, brauchen wir Finanzen, aber auch Sachspenden und tatkräftige Hilfe. Hier ein Überblick:

Im Jahr 2021

  • Der Grundstückskauf wird 10.000 € kosten; eine Spende dafür ist bereits zugesagt
  • Mind. 10.000 € werden benötigt, um den Bauantrag zur Genehmigung zu führen – hier besteht dringender Bedarf
  • Dazu kommen weitere 5.000 € für die Fortbildung der Mitarbeiter

In den Jahren 2022/23

Das Bauprojekt wird einen Umfang von einer Million Euro haben. Bei einem voraussichtlichen Förderanteil von 90% brauchen wir also ca. 100.000 € an Eigenmitteln.

Wir rechnen mit mind. 20.000 € für Transporte von Sachspenden (Baumaterial, Einrichtungsgegenstände etc.) und Fahrtkosten für ehrenamtliche Helfer.

Zudem planen wir 10.000 € für weitere Kosten, die den späteren Betrieb des Zentrums sichern sollen, ein. Der Regelbetrieb der Einrichtung ist damit noch nicht abgedeckt, es geht hierbei um die Umwandlung der bisherigen Arbeit in das neue Format. Bis zum Umzug in den Neubau bleibt die Arbeit in den bisherigen Räumen bestehen.

Unterstützer gesucht

Wollen Sie dieses Projekt als Firma, Kirchengemeinde oder Einzelspender unterstützen? Oder können Sie Kontakte knüpfen und das Projekt möglichen Unterstützern weiterempfehlen? Spender ab 1.000 € werden wir im Gebäude auf einer Ehrentafel verewigen und, wenn Sie möchten, in unseren Publikationen zum Projekt erwähnen.

Wenn die Bauausführung beginnt, wird auch praktische Mitarbeit nötig werden. Dafür können Sie schon jetzt Ihre Bereitschaft signalisieren.

Alle wichtigen Informationen für Projektunterstützer werden wir in Kürze als Flyer veröffentlichen. Bis dahin verweise ich auf den Flyer vom letzten Jahr:

Ich danke für Ihr Interesse und für jede Form von Unterstützung, die es ermöglicht, unsere Sozialarbeit für Kinder und hilfsbedürftige Menschen in den albanischen Bergen auf einer neuen Ebene fortzuführen.

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