Vereinswochenende in Bad Blankenburg

Datum:  |  Autor: Matthias Pommranz

Auf dem Vereinswochenende vom 12. bis 14. April gab es Hintergrundinformationen von dem in Deutschland lebenden Schriftsteller Pandeli Pani, die jährliche Mitgliederversammlung des CHW, einen Abschlussgottesdienst, dazu viel Zeit für Besprechungen und um andere Leute aus dem Umfeld des Vereins kennenzulernen. Letzteres interessierte mich besonders, da ich erst im vorigen Jahr zur CHW-Arbeit gestoßen bin und gespannt war, wer da noch so alles mitarbeitet.

Damit war ich wohl nicht alleine: »Kennenlernen« und »aktuelle Informationen« waren die Punkte, die am häufigsten als Erwartung an das Wochenende genannt wurden. Da war es nur etwas schade, dass wir mit ca. 20 festen Teilnehmern und ein paar Tagesgästen am Samstag eine eher kleine Truppe waren. Jedenfalls bot das Allianzhaus in Bad Blankenburg einen optimalen Rahmen mit einem schönen Konferenzraum, gemütlichen Zimmern, gutem Essen und dem Café – gleich nach dem Eröffnungsabend mit Berichten von der letzten Weihnachtsaktion und einer Gebetsrunde trafen wir uns dort und knüpften die ersten Kontakte.

Das stalinistische Erbe in Albanien

Unser Referent Pandeli Pani hat in Albanien Germanistik studiert und lebt seit einigen Jahren in Deutschland. Er hat als Journalist für verschiedene deutsche Medien gearbeitet sowie als Dozent an den Universitäten von Sofia, Berlin und Jena. In seinem Vortrag ging es um die stalinistische Hoxha-System in Albanien, um das Leben in diesem System und die Opfer – und die immer noch spürbaren Auswirkungen. Neben politischen Gefangenen und Morden wurden Menschen, die aus irgendeinem Grund als unzuverlässig galten, geächtet und zwangsumgesiedelt – mitsamt ihrer ganzen Familie.

Bis heute hat es in Albanien keine wirkliche Auseinandersetzung mit dieser Zeit gegeben, allgemein herrscht ein großes Schweigen. Die verbreitete Haltung »Du bist entweder für mich oder gegen mich« trägt (neben einem einseitigen Verständnis von Ehre) dazu bei, dass es schwierig ist, persönliche Schwachpunkte und Fehler anzusprechen; Kritik wird sehr schnell als Ablehnung verstanden.

Themen der Mitgliederversammlung

In seinem Bericht gab Frieder Weinhold einen Überblick über die Arbeitsbereiche des CHW und über die Arbeit im Vereinshaus in Wismar. Es gab im letzten Jahr wieder mehrere Einsätze in Albanien, zuletzt eine sehr erfolgreiche Weihnachtspäckchenaktion. 15 neue Mitglieder wurden aufgenommen (jetzt 77 Miglieder). Die Spenden waren noch nie so hoch, aber ebenso die Ausgaben, daher ging es auch 2012 immer wieder nur durch Zahlungsverzögerungen und persönliche Opfer der bezahlten Mitarbeiter weiter. Für solide Finanzen, und um sowohl die laufenden als auch neue Projekte tragen zu können, brauchen wir dringend weitere Spender.

  • Mitarbeiter: Leider hat Steffen Thomas zum Ende des Jahres gekündigt. Wir danken ihm für die Arbeit, die er geleistet hat, und versuchen nun die Lücken zu schließen. Im Wismarer Vereinshaus arbeitet Helga Arndt ehrenamtlich und entlastet Frieder Weinhold von Büroarbeiten. Ebenso Horst Lutz, der gerne in noch größerem Maße mitarbeiten möchte. In Albanien wurde Englantin Lushka wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten gekündigt. Da die Position des Exekutivdirektors der DA nach dem Ausscheiden von Steffen Thomas nur provisorisch besetzt ist, stellen sich Karl Ziegler und Max Buchner vor, die demnächst in Ruhestand gehen und sich nun verstärkt in Albanien engagieren möchten. Einen endgültigen Beschluss wird der Vorstand bzw. der Aufsichtsrat der Diakonia Albania fassen.
  • Kindergarten »Hoffnung«: Nach einer längeren Aussprache beschließt die Mitgliederversammlung, den Kindergarten »Hoffnung« in Dushk zu übernehmen. Inzwischen sind nahezu genügend Finanzzusagen für die laufende Arbeit zusammen, im Rahmen der Übernahme kommen aber weitere Kosten auf den Verein zu (Kaufpreis, Steuern, Notarkosten). Daher suchen wir noch verstärkt nach Spendern.
  • Büro Pogradec: Für Mitarbeiter und Einsatzteams sowie als Büro wird in Pogradec eine Wohnung angemietet. Dadurch können die Übernachtungskosten in Albanien deutlich reduziert werden.
  • Vorstandswahlen: Da der Verein größer geworden ist, wurde der Vorstand erweitert. Vorsitzender bleibt Frieder Weinhold (Theologe) aus Wismar, Stefan Kost (Theologe) aus Garbsen wurde zum zweiten Vorsitzenden gewählt, Schatzmeister ist weiterhin Helmut Specht (Schiffsmakler) aus Kasseburg. Zu den bisherigen Beisitzern Pastor Dr. Michael Wetzel (Historiker) aus Zwönitz und Stephan Birkholz (Facharbeiter) aus Witzin wurden neu gewählt: Matthias Pommranz (Grafiker) aus Langenbrettach, Edith Lindenmayer-Gjolla (Rechtsanwältin und Steuerberaterin) aus Sontheim an der Brenz und Hans Otto Weinhold (Dipl.-Ing. FH) aus Frankfurt a. M. Damit wird die Rolle des Vorstands als Arbeitsgremium gestärkt.
  • Eine neue Geschäftsordnung wird noch weiter ausgearbeitet und soll im nächsten Jahr verabschiedet werden.

Nach den Beratungen und Beschlüssen der Mitgliederversammlung stellte Matthias Pommranz das überarbeitete Erscheinungsbild des CHW vor sowie die neue Website, die nach letzten Ergänzungen zum Abschluss des Wochenendes freigeschaltet wurde. Alle Freunde des CHW sind eingeladen, sich mit Einträgen auf der Seite Mitarbeiter und Unterstützer sowie im Gästebuch zu beteiligen.

Wir sehen uns nächstes Jahr

Das nächste Vereinsseminar ist bereits geplant: Es wird von 25. bis 27. April 2014 wieder in Bad Blankenburg stattfinden. Das Allianzhaus hat sich durch seine moderne Ausstattung und die zentrale Lage in Deutschland bewährt. Wir freuen uns auf weitere Teilnehmer und Gäste!

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