Kinder in Bishnica

Unterricht im Internat

Was brauchen die Kinder im Internat Bishnica? Drilona Tahir beschreibt die Probleme in den Bergdörfern, aber auch ihre Ziele und Möglichkeiten als Lehrerin.

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Ich arbeite als Lehrerin, seit ich mein Studium bei einer privaten Schule in Tirana abgeschlossen habe. Ich liebe diesen Beruf; mit Kindern zu arbeiten macht mich besonders froh. Seit einiger Zeit bin ich nun in Bishnica und möchte euch ein bisschen aus meiner Arbeit erzählen.

Die Kinder in der Stadt sind typische Vertreter der Smartphone-Generation, Vaters Prinzessin oder Muttis Diva, Großvaters König oder Großmutters ­Königin. Kurz: verwöhnte Kinder. Die Kinder, die ich nun im Internat in Bishnica unterrichte, sind ganz anders. Um ehrlich zu sein – ich hatte den Namen „Bishnica“ vorher noch nie gehört und keine Ahnung, wo dieses Dorf liegt. Nun bin ich also da und die Realität hier ist total anders, weit entfernt von derjenigen in der Hauptstadt.

Einfach ist es nicht, mit den Kindern in Bishnica zu arbeiten; das liegt an der oft problematischen, teils sogar dramatischen ­Situation in ihren Familien. Meine Aufgabe im Internat ist es, Deutsch zu lehren. Wie meine Kollegen und ich aber festgestellt haben, fehlt es den Kindern grundlegend an der Motivation zu lernen und Fortschritte für ihr Leben zu machen, obwohl sie das dringend nötig hätten. Mit der deutschen Sprache tun sie sich erst recht schwer. Deshalb haben wir uns entschlossen, ihnen erst bei der albanischen Sprache zu helfen und ­später Deutsch zu lehren, wenn sie in ihrer eigenen Sprache sicherer sind.

Eifriges Malen, trotz beengter Verhältnisse
Eifriges Malen, trotz beengter Verhältnisse
Hausaufgabenbetreuung im Gemeindehaus
Hausaufgabenbetreuung im Gemeindehaus

Fotos: Melanie Hahn, Diola Malasi, Drilona Tahir

Der Unterricht soll Spaß machen und so einfach wie ein Spiel sein. Deshalb benutze ich verschiedene Bilder und stelle den Kindern damit Rätsel, die sie lösen müssen. Ich setze auch Kinder­bücher, Märchen, Erzählungen und Gedichte ein. Die Kinder lesen sie vor und schreiben dann die Sätze auf, sie lernen eine Gedichtstrophe auswendig, oder sie schreiben und sagen einfache, kurze Zusammen­fassungen usw. Das Wichtigste ist: Sie sollen durch Spielen und Spaß lernen. Der Unterricht soll keinen Stress machen; sie sollen ihn als etwas Schönes ansehen, als etwas, dass ihnen in der ­Zukunft helfen wird.

Unsere Ziele sind, den Kindern zu helfen, gute Menschen zu werden, und ihnen ­Fähigkeiten mitzugeben, damit ihr Leben gelingt.

Drilona Tahir

Drilona Tahir arbeitet seit 2015 für die Diakonia Albania als Übersetzerin und als Deutschlehrerin im Internat Bishnica.

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